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Politik stellt sich die K-Frage: Ist der UBS-Präsident noch haltbar?

Wie lange kann sich Verwaltungsratspräsident Peter Kurer noch im Sattel halten? Die Parteien sind in dieser Frage zerstritten.

Alle haben dem Verwaltungsratspräsident der UBS geglaubt. Damals, als er eine Woche vor dem Bittgang nach Bern den Eindruck vermittelte, dass Schlimmste sei überstanden. Gelernt hat Peter Kurer daraus nichts. Am Tag als bekannt wurde, dass Bund und Nationalbank gegen 68 Milliarden Franken in die UBS pumpen müssen, verteidigte Kurer am Fernsehen das umstrittene Boni-System. Solche Zahlungen in zweistelliger Millionenhöhe seien auch künftig nicht völlig ausgeschlossen. Die Empörung über den UBS-Chef ist gross. Seither geistert die Frage herum. Ist Kurer der richtige Mann an der UBS-Spitze?

Richtig reagiert

Fulvio Pelli windet sich: «Er hat gute Arbeit geleistet und richtig reagiert», sagte er gegenüber Redaktion Tamedia. Der FDP-Präsident sagt aber auch: Bei Bankgeschäften sei das Vertrauen ein wichtiger Punkt. Er masse sich nicht an, der UBS in ihre Personalpolitik dreinzureden. Auch so ist klar was Pelli meint: Der Tessiner ist nicht sicher, ob der UBS-Chef das Vertrauen in die Bank wieder herstellen kann.

Mit Geduld am Ende

«Unsere Geduld mit ihm ist langsam zu Ende, sagt hingegen SP-Präsident Christian Levrat. Die SP will das Rettungspaket nachbessern und erwartet Zugeständnisse von der UBS. «Kurer muss beim Lohnsystem Korrekturen vornehmen», fordert er. «Keine Boni für die Chefs und eine Beschränkung der Saläre auf maximal 500'000 Franken.» Für Levrat gehört Kurer zur UBS-Vergangenheit. Er präsentiere sich zwar als Mann der Zukunft, gehöre aber in Wirklichkeit zu den Gefolgsleuten des früheren UBS-Präsidenten Marcel Ospel.

Weiterhin viel Vertrauen geniesst Kurer bei der SVP: «Ich traue ihm zu, dass er die Krise bewältigen kann», glaubt Parteipräsident Toni Brunner. Kurer habe die dafür notwendige Erfahrung. Er findet aber auch, Kurer brauche künftig einen etwas feineren Sensor für diese besondere Konstellation. «Es muss ihm bewusst sein, dass, wenn er Hilfe vom Bund in Anspruch nimmt, er dann auch gewisse Massnahmen und Gegenleistungen akzeptieren muss.» Das sei etwas anderes, als wenn er sich im freien Markt betätigt und sich nicht dreinreden lassen müsse

Keine Kopfjägerei

Für CVP Fraktionschef Urs Schwaller muss man jetzt das ganze System stabilisieren. «Kopfjägerei sei nicht das richtige Rezept», sagt Schwaller. «Kurer habe in den letzten Monaten gute Arbeit geleistet. Die aktuellen Schwierigkeiten der Banken seien nicht eine Personal- sondern ein Systemfrage. «Jetzt müssen die Banken zuerst einmal wieder Vertrauen zueinander fassen», sagt Schwaller. Er werde auch in der Finanzkommission des Ständerates vor Kopfjägerei warnen.

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