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Piloten werfen Swiss Ignoranz vor

Der Pilotenverband reagiert verärgert auf die Ankündigung der Swiss, den Gesamtarbeitsvertrag aufzulösen. Der Entscheid zeuge von mangelndem Respekt.

Ab Ende 2016 ohne GAV mit der Swiss: Piloten vor einer Swiss-Maschine. (24. Juli 2014)
Ab Ende 2016 ohne GAV mit der Swiss: Piloten vor einer Swiss-Maschine. (24. Juli 2014)
Steffen Schmidt, Keystone

Der Pilotenverband Aeropers zeigt sich überrascht und empört von der Kündigung des Gesamtarbeitsvertrages durch die Swiss. Dies sei ein weiteres Zeichen der Ignoranz des Swiss-Managements gegenüber der Sozialpartnerschaft, erklärte Sprecher Tobias Mattle.

Die Swiss hatte zuvor mitgeteilt, den Gesamtarbeitsvertrag «GAV 2011» aufgrund unüberbrückbarer Differenzen in wesentlichen Diskussionspunkten sowie der wiederholten Ankündigung von gerichtlichen Schritten durch Aeropers gegen die Swiss vorsorglich auf Ende November 2016 zu kündigen.

«Kein Grund zur Eile»

Doch aufgrund der noch langen Laufzeit habe gar kein Grund zur Eile bestanden, ergänzte Aeropers-Sprecher Peter Schmid. Die Auffassung von unüberbrückbaren Differenzen teile er nicht: Der Verband habe seinerseits sozialpartnerschaftlich verhandelt.

So habe das jüngste Angebot eine Bereitschaft zur langfristigen Einsparung von 6 Prozent des Gesamtaufwandes enthalten: «Das ist mehr, als das Management bei den eigenen Salären zu kürzen bereit ist.» Mit der GAV-Kündigung habe die Swiss aber lieber den Weg des Konflikts gewählt.

Schmids Aeropers-Kollege Mattle kritisierte weiter, dass das Swiss-Management mit der überraschenden GAV-Kündigung den Respekt vor Schweizer Werten vermissen lasse. Dieser Umgang mit den Mitarbeitern zeige einmal mehr, weshalb die Angestellten kein Vertrauen mehr in die Geschäftsleitung setzten.

Swiss zeigt sich «gesprächsbereit»

Nachdem eine Einigung der Swiss mit dem Pilotenverband bereits im Frühjahr gescheitert war, hätten auch die seit Juli laufenden Gespräche zu keinem Ergebnis geführt, erklärte die Swiss. Im Hinblick auf bevorstehende Milliardeninvestitionen in die neue Flugzeugflotte mit Bombardier CSeries, Boeing 777 und Airbus A320neo sei die Swiss auf «zukunftsfähige Rahmenbedingungen angewiesen, um nachhaltig Arbeitsplätze zu sichern», hiess es weiter in der Mitteilung.

Swiss bleibe aber gesprächsbereit. Zudem ermögliche der mit dem zweiten Pilotenverband IPG abgeschlossene Gesamtarbeitsvertrag weiterhin auch eine Integration von Aeropers-Piloten, erklärte die Fluggesellschaft. Trotz der vorsorglichen Kündigung gelte bis zum Ablauf des GAV die absolute Friedenspflicht, die einen Pilotenstreik ausschliesse, hält die Swiss weiter fest.

SDA/cpm

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