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Pilatus vor Rekordauftrag

Der Schweizer Hersteller soll laut der indischen Luftwaffe PC-7 MK II als Trainingsflugzeuge liefern. Verhandlungen sind im Gange. Der Auftrag hat ein gewaltiges Volumen – und könnte womöglich noch grösser werden.

Seit langem im Einsatz: PC-7-Maschinen bei einer Show nahe der Wasserfontäne in Genf im Jahr 2004.
Seit langem im Einsatz: PC-7-Maschinen bei einer Show nahe der Wasserfontäne in Genf im Jahr 2004.
Keystone
Turboprop als Trainingsmaschine: PC-21 auf dem Flughafen in Buochs in Nidwalden...
Turboprop als Trainingsmaschine: PC-21 auf dem Flughafen in Buochs in Nidwalden...
Keystone
...die Inneneinrichtung hergestellt wird.
...die Inneneinrichtung hergestellt wird.
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Das Fachmagazin «Aviation Week» berichtete vergangene Woche von einer Pressekonferenz mit dem Chef der indischen Luftwaffe, P. V. Naik, der Details zum Auswahlverfahren des Lieferanten erwähnte. Von den drei Firmen aus den USA, Korea und der Schweiz, die im Bieterprozess auf der «Shortlist» gelandet waren, habe Pilatus das günstigste Angebot vorgelegt. Der Autrag hat offenbar ein Volumen von rund 850 Millionen Franken.

«Wir haben Verhandlungen mit dem Schweizer Anbieter über die Lieferung von 75 Flugzeugen begonnen», zitierte das Magazin den indischen Militär. Wenn der Vertrag unterzeichnet sei, so heisst es in dem Bericht weiter, wird die Indian Air Force wahrscheinlich junge Piloten zu Trainingszwecken in die Schweiz schicken.

Eine Stellungnahme von Pilatus hat Redaktion Tamedia auf Anfrage nicht erhalten. Das Unternehmen kommentiert die Meldungen nach eigener Aussage nicht. Beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) allerdings kennt man das Geschäft. Die Interdepartementale Exportkontrollgruppe hat kürzlich die Bewilligung dafür erteilt. Das bestätigte Jürgen Böhler, Ressortleiter im Seco für das Bewilligungswesen gemäss Güterkontrollgesetz.

Weit grösserer Auftrag in Aussicht?

Der Auftrag hat ein Volumen von rund 800 Millionen Franken, wie es in einem Bericht der Zeitung «Le Temps» vom Wochenende heisst. Zu einem späteren Zeitpunkt, schreibt die Zeitung weiter, könnte dieser sogar rund 200 Flugzeuge umfassen. Der grösste Auftrag, den Pilatus bislang verzeichnen konnte, kam von den Vereinigten Arabischen Emiraten für das Flugzeug PC-21, mit einem Umfang von rund 500 Millionen Franken.

Zuletzt hatte die Armee des afrikanischen Staates Botswana fünf PC-7 MK II bestellt, wie Pilatus im vergangenen April mitteilte. Dieser Auftrag umfasst laut dem Hersteller inklusive Schulung, Logistikhilfe und Ersatzteilen einen Wert von etwa 40 Millionen Franken.

Konkurrenz mit zahlreichen Herstellern

Im Unterschied zur sonstigen Gepflogenheit hat die indische Luftwaffe laut dem Zeitungsbericht von Pilatus nicht verlangt, dass die Flugzeuge unter einer Lizenz im eigenen Land hergestellt werden. Die ersten 12 Exemplare sollen demnach innerhalb von zwei Jahren nach Vertragsunterzeichnung geliefert werden.

Bei der Ausscheidung konnte sich Pilatus laut den Berichten mit seiner PC-7 MK II gegen entsprechende Modelle von Konkurrenten wie Embraer, Grob, Hawker Beechcraft und weiteren Herstellern durchsetzen.

Das Bieterverfahren hatte vor rund zwei Jahren begonnen, weil das indische Flugzeug HPT-32 Deepak gegroundet wurde, nachdem zwei erfahrene Flieger im August 2009 bei einem Absturz nahe Hyderabad ums Leben gekommen waren. Insgesamt kamen bei 17 Unfällen mit solchen Maschinen 19 Piloten ums Leben.

SDA/raa

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