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Neuer Bankriese: Lloyds kauft HBOS

Die britische Grossbank übernimmt für umgerechnet gut 24 Milliarden Franken die angeschlagene Grossbank Halifax Bank of Scotland.

Eine Bank weniger: Die Halifax Bank of Scotland geht in Lloyds auf.
Eine Bank weniger: Die Halifax Bank of Scotland geht in Lloyds auf.
Keystone

Nachdem Medien den Deal bereits um Mitternacht als abgesegnet meldeten, folgt nun von offizieller Seite die Bestätigung. Es wird erwartet, dass die Wettbewerbsbehörden die Übernahme nicht blockieren, weil er von der Regierung unterstützt wird.

60 Milliarden Marktwert

Das Geschäft solle komplett per Aktientausch abgewickelt werden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht.

Die Verschmelzung der Konzerne schafft in Grossbritannien einen neuen Bankenriesen mit einem Marktwert von umgerechnet knapp 60 Milliarden Franken.

Nummern 5 und 6

Lloyds ist die fünftgrösste britische Bank und HBOS die Nummer Sechs. Im Hypothekengeschäft belegen sie die Plätze Vier und Eins mit einem gemeinsamen Marktanteil von 28 Prozent.

Seit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers hatten die HBOS-Aktien rund 70 Prozent ihres Werts verloren. Schon seit Monaten war über den Finanzzustand der Bank spekuliert und ein Zusammenbruch befürchtet worden.

Politik half mit

Nach jahrelangem Boom verlieren britische Immobilien seit Monaten an Wert. Viele Eigenheim-Besitzer haben Probleme, da sie der Bank inzwischen mehr Geld schulden, als ihre Immobilie wert ist. Die Baufinanzierer tragen eine Mitschuld an dem Dilemma, da sie wie in den USA freigiebig Hypotheken vergaben und oftmals kaum den Einsatz von Eigenkapital forderten.

Die Fusion war aus Angst vor einer neuen Bankenpleite auf höchster politischer Ebene vorangetrieben worden. Mit Unterstützung der britischen Regierung sollten nach Medienangaben auch Wettbewerbshürden ausgeräumt werden.

Über 100'000 Mitarbeiter

Lloyds und HBOS haben zusammen mehr als 3000 Filialen und 38 Millionen Kunden. Beide Banken beschäftigen je rund 70'000 Mitarbeiter. Entlassungen werden nach der Fusion jedoch erwartet.

SDA/cpm/bru

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