Zum Hauptinhalt springen

Neue Betrugssoftware bei Audi entdeckt

Eine US-Umweltbehörde wirft dem deutschen Autohersteller Audi erneut Manipulation vor. Demnach soll ein Lenkrad-Trick die CO2-Messwerte beeinflussen.

Unter Verdacht: Messergebnisse einer US-Behörde weisen auf eine neue Betrugssoftware bei Audi hin. Ein Audi an einer Automesse in Paris Ende September 2016.
Unter Verdacht: Messergebnisse einer US-Behörde weisen auf eine neue Betrugssoftware bei Audi hin. Ein Audi an einer Automesse in Paris Ende September 2016.
Ian Langsdon, Keystone
Die VW-Tochter Audi steht wegen ihrer Rolle im Abgas-Skandal unter Druck: Bereits 2007 habe ein Ingenieur einem grösseren Kreis von Managern des Autoherstellers geschrieben, dass man es «ganz ohne Bescheissen» nicht schaffen werde, die US-Grenzwerte beim Schadstoffausstoss von Dieselwagen einzuhalten.Audi-Mitarbeiter montieren im Audi-Werk im deutschen Neckarsulm einen Audi A 4.
Die VW-Tochter Audi steht wegen ihrer Rolle im Abgas-Skandal unter Druck: Bereits 2007 habe ein Ingenieur einem grösseren Kreis von Managern des Autoherstellers geschrieben, dass man es «ganz ohne Bescheissen» nicht schaffen werde, die US-Grenzwerte beim Schadstoffausstoss von Dieselwagen einzuhalten.Audi-Mitarbeiter montieren im Audi-Werk im deutschen Neckarsulm einen Audi A 4.
Thomas Kienzle, Keystone
Die EPA untersucht nach dem VW-Skandal auch weitere Fahrzeuge: BMW bei einer Garage in Denver. (3. Juni 2007)
Die EPA untersucht nach dem VW-Skandal auch weitere Fahrzeuge: BMW bei einer Garage in Denver. (3. Juni 2007)
David Zalubowski, Keystone
1 / 28

Der Autobauer Audi gerät einem Medienbericht zufolge in der Abgas-Affäre immer stärker unter Druck. Die kalifornische Umweltbehörde CARB habe im Sommer eine weitere illegale Softwarefunktion bei einem Audi mit V6-Motor entdeckt, berichtet die «Bild am Sonntag».

Der deutsche Autohersteller habe diese auch für die Manipulation von CO2-Werten für Diesel und Benziner in Europa verwendet. Audi-Modelle mit einem bestimmten Automatik-Getriebe können dem Zeitungsbericht zufolge mittels einer sogenannten Lenkwinkel-Erkennung unterscheiden, ob sie auf einem Rollenprüfstand sind oder auf der Strasse fahren.

Zwei Schaltprogramme

Wird das Lenkrad wie auf dem Prüfstand nach dem Start nicht bewegt, aktiviere sich ein Schaltprogramm für das Getriebe, das besonders wenig CO2 produziere. Drehe der Fahrer das Lenkrad dagegen nur um mehr als 15 Grad, deaktiviere sich diese «Aufwärmstrategie», berichtet die «BamS». Das Fahrzeug laufe daraufhin mit einem anderen Schaltprogramm, das mehr Kraftstoff und CO2 verbrauche.

Audi setze diese Prüfstanderkennung bereits seit Jahren ein, heisst es unter Berufung auf vertrauliche Firmendokumente in dem Zeitungsbericht. Betroffen von dem Lenkrad-Trick seien leistungsstarke Audi-Modelle, die über das Stufenautomatik-Getriebe mit der internen Bezeichnung AL 551 verfügen.

Auf Anfrage äusserte sich den Angaben zufolge ein Audi-Sprecher nicht. Er verwies lediglich auf die andauernden Gespräche zum Abgasbetrug in den USA.

SDA/chi

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch