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Neue Banken-Deals erwartet

An den Börsen ist vorerst Ruhe eingekehrt, mit der britischen HBOS hat eine weitere Pleitekandidatin einen Retter gefunden. Zur Stützung der Märkte pumpen die Notenbanken Geld in den Finanzmarkt.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) erhöht die zur Verfügung gestellte Liquidität von 12 Milliarden Dollar auf 27 Milliarden Dollar. Die SNB handelt im Verbund mit anderen Zentralbanken, unter anderem der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB), um dem angespannten US-Dollar-Geldmarkt entgegenzutreten, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde. Die Massnahmen sollen die Liquiditätsverhältnisse für die Geschäftsbanken verbessern. Bei Repo-Auktionen stellt eine Zentralbank Geld gegen Hinterlegung von Wertpapieren zur Verfügung.

Morgan Stanley sucht Käufer

Die neben Goldman Sachs zweitletzte unabhängige US-Investmentbank Morgan Stanley prüft laut Medienberichten einen Zusammenschluss mit einem anderen Finanzhaus. Als möglicher Partner wird die viertgrösste US-Bank Wachovia genannt.

Wachovia habe dem Chef von Morgan Stanley, John Mack, einen entsprechenden Deal angeboten, berichteten die «New York Times» und das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Kreise, die mit den Gesprächen vertraut seien. Auch andere Banken haben den Berichten zufolge ihr Interesse bekundet. Morgan Stanley und Wachovia wollten sich zu den Berichten nicht äusseren.

Morgan Stanley hatte an der Börse zuletzt immer stärkere Kursverluste erlitten. Am Mittwoch war die Aktie erneut um 24 Prozent auf 21.75 Dollar abgestürzt.

Verkaufsgespräche bei Washington Mutual

Auch bei der US-Sparkasse Washington Mutual liefen Verkaufsgespräche, berichtete die «New York Times». Zu den möglichen Käufern zählten die britische Bank HSBC sowie die US-Häuser J.P. Morgan Chase, Citigroup und Wells Fargo.

Am Morgen wurde die Übernahme der angeschlagenen britischen HBOS durch Lloyds offiziell bekannt gegeben. Insgesamt legt Lloyds für HBOS 12,2 Milliarden Pfund auf den Tisch. HBOS war im Zuge der Finanzmarktkrise in Schwierigkeiten geraten und hatte sich Lloyds zum Kauf angeboten.

UBS wieder höher

Die Übernahme eines weiteren Wackelkandidaten sowie die Aktionen der Notenbanken verhalfen den europäischen Börsenplätzen zu leichten Kursgewinnen. Der Schweizer Handel eröffnete zunächst im Minus, bevor sich die Kurse erholten. Die Bankaktien profitierten von den Stützungsaktionen der Zentralbanken. «Die Flurbereinigung im Bankensektor läuft schneller als gedacht. Das stützt das Sentiment», sagte ein Marktteilnehmer.

Deutliche Kursgewinne gab es bei den in den vergangenen Tagen von einer Verkaufswelle überrollten UBS-Aktien: Sie erholten sich um 5,4 Prozent auf 16.54 Franken. Credit Suisse legten um 4,3 Prozent auf 47.88 Fr. zu. Julius Bär rückten um 0,4 Prozent vor. Laut Händlern ist das Geschehen an den Börsen sehr nervös und volatil. Die Schwankungen seien derzeit so hoch, wie seit Jahren nicht mehr. In den USA gaben die wichtigsten Indizes gestern erneut über vier Prozent nach. Auch die Börsen in Asien stürzten wieder ab.

Kein Handel in Moskau

In Moskau wurde der Handel erneut ausgesetzt. «Der Handel hat noch nicht begonnen, wir warten auf die Erlaubnis der Börsenaufsicht», sagte ein Sprecher der RTS, wo Aktien in Dollar gehandelt werden. Auch eine Sprecherin der Börse MICEX, an der Aktien in Rubel gehandelt werden, sagte: «Wir haben keinerlei Informationen.»

Die Börsenaufsicht hatte den Aktienhandel bereits am Dienstag für rund eine Stunde und am Mittwoch fast den ganzen Tag gestoppt, um dem Rettungsplan der Regierung Zeit zum Wirken zu geben. An der RTS sind die Kurse seit Mai um 57 Prozent gefallen. Analysten machen die fallenden Energiepreise, die Finanzkrise und den Krieg mit Georgien für den jüngsten starken Kursverfall verantwortlich.

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