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Moody's erwägt Herabstufung der UBS

Aufgrund des Fehlverhaltens eines UBS-Mitarbeiters hat die Schweizer Grossbank einen Milliardenverlust eingefahren. Nun nimmt die US-Ratingagentur Moody's die Bank ins Visier.

Muss um ihre Kreditwürdigkeit bangen: Eine Filiale der Grossbank UBS in Bern.
Muss um ihre Kreditwürdigkeit bangen: Eine Filiale der Grossbank UBS in Bern.
Keystone

Als Reaktion auf einen von einem Mitarbeiter der Schweizer Grossbank UBS verursachten Milliardenschaden erwägt die Ratingagentur Moody's eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit der Bank. Die UBS wollte heute keine weiteren Angaben machen.

Der Schaden von schätzungsweise zwei Milliarden Dollar, den ein Angestellter durch nicht genehmigte Transaktionen verursacht habe, zeige erneut «Schwächen im Risikomanagement» der UBS auf, erklärte Moody's am späten Donnerstagabend. Es sei zwar anzunehmen, dass die Bank den Verlust verkrafte. Hingegen sei fraglich, ob sie zur Reorganisation ihrer Geschäftsabläufe fähig sei, hiess es.

Der Vorfall war zuvor bekannt geworden, nachdem die Londoner Polizei den betroffenen UBS-Mitarbeiter festgenommen hatte. Moody's will nach eigenen Angaben nun das aktuelle Rating der UBS «auf eine mögliche Herabstufung» prüfen.

Strenge Regeln für Eigenhandel

Der Frankfurter Bankenexperte Martin Faust forderte eine strenge Reglementierung des Eigenhandels der Banken. «Ich plädiere dafür, dass der reine Eigenhandel der Banken, hinter dem kein Kundenauftrag steht, stark eingeschränkt wird», sagte Faust, der an der Frankfurt School of Finance and Management lehrt, der «Frankfurter Rundschau».

«Volkswirtschaftlich bringt es keinen Nutzen, dafür aber enorme Risiken, wenn Banken, die dabei Verluste erleiden, mit Staatsgeldern gestützt werden müssen.» Zum aktuellen Fall der UBS sagte Faust: «Man wird sehen, ob es sich um einen einzelnen Mitarbeiter handelt oder ob weitere Personen beteiligt sind, die das Verhalten unterstützt oder sogar toleriert haben.»

Hoher Druck

Im Investmentbanking, zu dem der Eigenhandel der Banken gehöre, bestehe ein grosser Wettbewerb zwischen den Mitarbeitern, und es herrsche eine «Kultur des Nicht-Versagen-Dürfens».

«Wer Fehler macht, riskiert, sofort entlassen zu werden», sagte Faust. «Deshalb neigen häufig gerade junge Händler dazu, immer mehr zu riskieren, um einen Fehler wiedergutzumachen. Sie handeln dann wie Spieler im Casino, die nach jedem Verlust ihren Einsatz verdoppeln. Das geht häufig gut, kann aber auch schnell in der Katastrophe enden.»

Bei der UBS selbst hiess es heute Morgen, derzeit seien keine weiteren Angaben zu dem Handelsverlust zu machen. Die Bank treibe die Abklärungen «mit Hochdruck» voran, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AWP.

SDA/wid

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