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Möglicher Geldwäscheskandal – Bund stellt Rechtshilfegesuch an Russland

Ein russischer Investor möchte am Vierwaldstättersee für 45 Millionen Franken einen Hotelkomplex bauen. Gemäss einem Bericht der «Rundschau» handelt es sich möglicherweise um Geldwäscherei. Nun reagiert der Bund.

Zielobjekt für russischen Geldwäscher? Der einstige Familienbetrieb in Weggis. (Screenshot SF)
Zielobjekt für russischen Geldwäscher? Der einstige Familienbetrieb in Weggis. (Screenshot SF)

Für 45 Millionen Franken will der russische Investor Alexander Udodov am Vierwaldstättersee einen Hotelkomplex bauen. Letzte Woche deckte die Sendung «Rundschau» vom Schweizer Fernsehen auf, dass der Multi-Millionär unter Geldwäscherei-Verdacht steht. Jetzt reagiert die Bundesanwaltschaft: Die Schweiz stellt ein Rechtshilfegesuch an Russland.

Einen Tag nachdem die Sendung «Rundschau» über die unklare Herkunft von vier Millionen Franken für den Kauf des Hotels Albana in Weggis, Luzern berichtet hat, startet die Bundesanwaltschaft eine Untersuchung.

Unterstützung von Russland noch ungewiss

Jeannette Balmer, Sprecherin der Bundesanwaltschaft bestätigt: «Die Bundesanwaltschaft untersucht den Fall. Der weitere Verlauf des Verfahrens und dessen Ergebnis wird wesentlich davon abhängen, ob und in welchem Umfang Russland Rechtshilfe an die Schweiz leisten wird.» Udodovs Schweizer Rechtsvertreter Thomas Sprenger legt in einem Fax an Redaktion Tamedia Wert auf die Feststellung, es laufe derzeit kein Verfahren gegen seinen Klienten. Die Bundesanwaltschaft habe eine Untersuchung gegen Unbekannt eingeleitet.

Konkret heisst dies: Die Schweiz stellt ein offizielles Rechtshilfegesuch an Russland. In Russland wurde Alexander Udodov im April 2011 verdächtigt, Millionen illegal abgezweigt zu haben. Udodov bestreitet die Vorwürfe. Vier Millionen sind bisher ins Hotelprojekt Albana in Weggis geflossen, weitere 45 Millionen Franken will Udodov in einen Um- und Neubau stecken.

Der Projektleiter wehrt sich

Recherchen der «Rundschau» zeigen nun: Die Bundeskriminalpolizei Fedpol hat bereits mehrere Befragungen in diesem Fall durchgeführt und fand offenbar genügend Indizien für eine Anzeige gegen Udodov bei der Bundesanwaltschaft.

Marco Bosshardt ist Projektleiter des russischen Investors in der Schweiz. Er wehrt sich gegen den Vorwurf der Geldwäscherei: «Sämtliche ins Ausbauprojekt investierten Gelder gehen über Konten einer Schweizer Bank, die dem Geldwäschereigesetz untersteht.»

Der Kanton Luzern will das Problem grundsätzlich lösen. Bisher fallen Immobilienhändler nicht unter das Geldwäschereigesetz. Luzern will dies ändern und reicht eine Kantonsinitiative beim Bund ein. Zur «Rundschau» sagt Luzerns Finanzdirektor Marcel Schwerzmann: «Es ist möglich, dass eine Umlagerung von Geldwäscherei hin zu Immobilien stattfindet. Wir wollen mit der Kantonsinitiative helfen, diesen Kanal zu schliessen.»

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