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Milliardenklage gegen Deutsche Bank gescheitert

Medienunternehmer Leo Kirch wirft der Bank vor, sie habe sein Imperium in den Untergang getrieben. Doch ein Gericht nimmt nun das Finanzinstitut in Schutz.

Fand vor Gericht kein Gehör: Leo Kirch.
Fand vor Gericht kein Gehör: Leo Kirch.
Keystone

Schwere Schlappe für den Medienunternehmer Leo Kirch: Das Landgericht München wies seine Klage auf 1,3 Milliarden Euro Schadenersatz gegen die Deutsche Bank ab. Kirchs Anwälte kündigten Berufung an.

Kirch wirft der Deutschen Bank vor, sein Medienimperium in den Untergang getrieben zu haben. Konkret geht es um ein Interview des früheren Bankchefs Rolf Breuer, in dem dieser Anfang Februar 2002 die Kreditwürdigkeit des Unternehmens angezweifelt habe. Daraufhin hätten die Gläubigerbanken den Geldhahn zugedreht, argumentiert Kirch.

Bedingter Anspruch auf Schadenersatz

Der Bundesgerichtshof hatte 2006 zwar festgestellt, dass Kirch grundsätzlich Anspruch auf Schadenersatz zustehen könnte - aber nur bei der Printbeteiligungs GmbH, in der Kirch seinen Anteil am Springer-Konzern gebündelt hatte. Das Gericht gelangte nun zur der Überzeugung, dass der Printbeteiligungs GmbH kein Schaden entstanden sei.

Die Presse habe schon seit Herbst 2001 über die Schieflage des Medienimperiums berichtet. Ausserdem hätte die Bank Kirchs Kredit damals jederzeit fristlos kündigen dürfen, weil die als Sicherheit hinterlegten Springer-Aktien unter die vertraglich vereinbarte Grenze abgerutscht waren. Weder Breuer noch Kirch waren zu der Verhandlung gekommen.

Treffen am Freitag

In einer weiteren Auflage könnten Kirch und Breuer voraussichtlich an diesem Freitag im Oberlandesgericht erstmals vor Gericht aufeinander treffen. Dabei geht es um eine Schadenersatzforderung von mehr als zwei Milliarden Euro, die 17 Kirch-Tochterfirmen als KGL-Pool gegen die Deutsche Bank eingereicht hatten. Das Landgericht hatte diese Klage ebenfalls rundum abgewiesen, weil die Tochterfirmen keine Verträge mit der Deutschen Bank gehabt hatten. Kirch will nun darlegen, aufgrund mündlicher Gespräche habe bereits eine Art Vorvertragsverhältnis bestanden.

SDA/miw

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