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Mehr Passagiere und mehr Widerstand von Fluglärmgegnern

Mit nahezu 7,9 Fluggästen hat der EuroAirport 2017 sein siebtes Rekordjahr in Folge verzeichnet und plant bereits den weiteren Ausbau. Die Schutzverbände gehen derweil auf die Barrikaden.

Der EuroAirport wächst von Jahr zu Jahr.
Der EuroAirport wächst von Jahr zu Jahr.
Florian Bärtschiger

Exakt 7'888'725 Passagiere wurden im vergangenen Jahr auf EAP registriert. Das sind 7,9 Prozent mehr als 2016, wie die Direktion des binationalen Flughafens am Donnerstag bekannt gab. Damit entspreche das Wachstum dem Durchschnitt der europäischen Flughäfen. Gegenüber dem Vorjahr hat es sich verdoppelt.

Auch für das laufende Jahr rechnet die Flughafendirektion mit steigenden Passagierzahlen. Allerdings wird ein verlangsamtes Wachstum um 3 Prozent auf 8,1 Millionen Fluggäste erwartet.

Bei den Airlines belegt Easyjet am EAP unangefochten den Spitzenplatz. Allerdings sank der Marktanteil des britischen Billigfliegers leicht von 60 auf 59 Prozent. Auf Rang zwei folgt Wizz Air mit einem Anteil von 6 Prozent. Die ungarische Fluggesellschaft erzielte mit 39,8 Prozent das stärkste Wachstum bei den Passagieren aller Airlines am EAP.

Beim Güterumschlag verzeichnete der EAP eine Zunahme um 10,8 Prozent auf 112'283 Tonnen. Für 2018 wird indes nur noch ein halb so grosses Wachstum erwartet. Besonders gut entwickelte sich 2017 die geflogene Luftfracht, die zum zweiten Mal in Folge den Güterumschlag per Lastwagen übertraf. Mit 64'303 Tonnen betrug die Zunahme 17 Prozent. Rasant zugenommen hat dank dem neuen Cargo-Terminal die Vollfracht. Mit 17'434 Tonnen wurde in diesem Bereich eine Steigerung um 41 Prozent verzeichnet.

Stabil blieb auf dem EAP die Zahl der Starts und Landungen. Mit 95'610 Bewegungen belief sich das Wachstum 2017 auf nur gerade 0,1 Prozent. Zu verdanken ist dies allerdings dem Rückgang bei den Privatfliegern um 9 Prozent auf 20'026 Bewegungen. Im kommerziellen Verkehr resultierte dagegen mit 75'582 Starts und Landungen ein Plus von 2,8 Prozent.

Mehr Fluglärm am späten Abend

Dank dem Einsatz grösserer Flugzeuge mit mehr Sitzen werde die Schere zwischen Passagierzahlen und Flugbewegungen in Zukunft immer weiter auseinandergehen, sagte Flughafendirektor Matthias Suhr vor den Medien. Die Lärmbelastung durch den EAP sei in den letzten Jahren denn auch stabil geblieben.

Allerdings räumte Suhr ein, dass die Lärmbelastung zwischen 23 und 24 Uhr zugenommen habe, was aber in erster Linie auf Verspätungen zurückzuführen sei. Derzeit werde jedoch nach Lösungen gesucht, um die Situation für die Anrainer zu verbessern.

Die ebenfalls am Donnerstag von fünf Schutzverbänden aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz erhobene Forderung nach einer Nachtflugsperre zwischen 23.00 und 06.00 Uhr lehnte Suhr jedoch ab. Die Randstunden seien für den Passagierverkehr und - namentlich zwischen 05.00 und 06.00 - für die Expressfracht von grosser Bedeutung. Auch von einer Obergrenze für Starts und Landungen wollte er nichts wissen. Dagegen sei auch der Flughafen an neuen Flugrouten interessiert.

Das Ziel der Verbände ist eine Verbesserung von Lebensqualität und Gesundheit der Anrainer, wie es in einer Mitteilung heisst. Zudem sollen Optionen und Grenzen der Flugwirtschaft auf dem stadtnahen Flughafen klargestellt werden.

Konkret fordert sie in einer Umweltcharta für den EuroAirport eine Nachtflugsperre von 23.00 bis 06.00 Uhr, eine fixe Grenze von 100'000 Flugbewegungen pro Jahr und eine Abschaffung von Kurvenflügen bei Starts und Landungen. Mit der Weiterentwicklung der Flugtechnik würden sich ausserdem neue Möglichkeiten ergeben, weshalb die Bevölkerung einen verbesserten Schutz erwarte.

Gemäss dem neusten Bericht der die Regierungen der beiden Basel beratenden Fluglärmkommission hatte 2016 eine Zunahme der Flugbewegungen zu mehr Fluglärm am späten Abend geführt. Stärker belastet als im Vorjahr waren dabei insbesondere die Gebiete südlich des Flughafens. Im Weiteren gab es 2016 einen Anstieg der Spitzenlärmwerte.

2017 hatte zudem der Anteil der umstrittenen Südanflüge am Flughafen Basel-Mülhausen die kritische Zehn-Prozent-Marke knapp überschritten. Nun müssen die Behörden Massnahmen suchen

Billig-Langstreckenflüge ab Basel?

Keine Angaben wurden an der Jahresmedienkonferenz des EuroAirports zum finanziellen Ergebnis des EAP gemacht. Der Abschluss liege noch nicht vor, sagte Suhr. Er rechnet jedoch mit einem Ergebnis im Rahmen des Vorjahres. 2016 hatte der Flughafen bei einem Umsatz von 133,2 Millionen Euro einen Nettobetriebsgewinn von 24,8 Millionen Euro erzielt.

Um die Infrastruktur und die Dienstleistungen zu verbessern, hat der EAP im vergangenen Jahr 24 Millionen Euro investiert. Im laufenden Jahr sollen es gar 38 Millionen Euro sein. «Wir platzen aus allen Nähten», sagte der Flughafendirektor. Suhr kann sich gut vorstellen, dass der EAP dereinst von Billig-Airlines für Langstreckenflüge bedient wird. In Frage kämen für dieses neue Segment kleine Grossraumflugzeuge wie der Airbus A350 für Flüge nach Nordamerika und Asien, sagte der EAP-Chef. Noch habe sich bei ihm aber keine Fluggesellschaft mit einem solchen Projekt gemeldet.

(SDA)

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