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Maurice Lacroix kehrt an die Baselworld zurück

Die Messe hat ihr Konzept – gemeinsam mit ihren Ausstellern – angepasst.

Maurice Lacroix, hier ein Bild aus dem Jahr 2018, wird im kommenden Jahr wieder an der Baselworld teilnehmen.
Maurice Lacroix, hier ein Bild aus dem Jahr 2018, wird im kommenden Jahr wieder an der Baselworld teilnehmen.

Es ist noch gar nicht lange her, drei Wochen erst, da musste die MCH Group einschneidende Sparmassnahmen einleiten; getroffen hat es den sogenannten Live-Marketing-Bereich - ein spannendes Tätigkeitsfeld, eines mit Entwicklungspotenzial auch. Doch das konnte sich die Gruppe nicht mehr leisten, da gleichzeitig die Erlebnismessen gestärkt werden müssen. Und in dieser Sparte tut sich nun etwas. 2020 kehrt die Uhrenmarke Maurice Lacroix nach einjähriger Abwesenheit zurück. Das hat vor allem damit zu tun, da das Konzept angepasst wurde.

Neu gibt es einen «Community District» im Herzen der grossen Halle 1. Dieser Bereich besteht besteht aus einem neuen Komplex von mehreren grossen Gebäuden, die jeweils zwei bis drei Marken beherbergen. Die Messe spricht von «prestigeträchtigen, privaten, und auf eine grosse Personenzahl ausgerichtete Geschäftszonen mit wichtigen neuen Erlebnisräumen für die breite Öffentlichkeit.» Es sei das Produkt der gemeinsamen Arbeit mit den Marken zur Unterstützung der Entwicklung der Baselworld.

Direkter Austausch mit den Kunden gefragt

Stéphane Waser, Geschäftsführer von Maurice Lacroix, sagt in einer Mitteilung: «Dem neuen Team der Baselworld ist es gelungen, mit einem Konzept, das unserer Marketing- und Vertriebsstrategie entspricht, auf unsere Bedürfnisse einzugehen.» Man setze stark auf den direkten Austausch mit den Kunden und der neue Bereich sei die ideale Plattform dafür.

Die Rückkehr freut natürlich auch Michel Loris-Melikoff, Managing Director der Baselworld: Dieser hat in den letzten Monaten mit vielen führenden globalen Uhrenmarken gesprochen, um die Strategie der Messe für die Zukunft festzulegen. Aus den Resultaten der Bedürfnisse der Anbieter, die in den letzten Jahren zunehmend mit jenen der Baselworld auseinander dividierten, konnte also ein erstes, offenbar zufriedenstellendes neues Angebot entwickelt werden. Das sagt auch Chef Loris-Melikoff: «Die Transformation der Baselworld wird nicht nur von uns selbst durchgeführt. Gemeinsam mit allen Ausstellern, ob aus der Welt der Uhrmacherei, des Schmucks, der Steine und Perlen, unabhängig von ihrer Grösse, werden wir angepasste Lösungen erarbeiten und Veränderungen einleiten.»

Neue Demut bei der Messe

Diese neue Art von Demut kann der wichtigsten Messe nur gut tun, nach Jahren der Krise, wo nicht nur viele Fehler gemacht wurden, sondern auch das Auftreten ein arrogantes war. Nichts anderes kann Loris-Melikoff meinen, wenn er sagt, dass dies nun ein Ergebnis sei, das die Relevanz der neuen wettbewerbsfähigen Angebote bestätige, um den etablierten Ruf der Uhrenwelt wiederherzustellen.

Wie schnell das gehen kann, ist jedoch fraglich. Der Abgang von Swatch bleibt äusserst schmerzhaft und einschneidend – der Abgang von Breitling nach der letzten Baselworld ist da eher verkraftbar, aber natürlich trotzdem unschön. Die gute Nachricht ist: Rolex will sogar ausbauen, der Tochtermarke Tudor, bisher eingegliedert in die Fläche der Muttergesellschaft, einen eigenen Stand geben und die freiwerdende Fläche selber nutzen. Und auch der LVMH-Konzern mit mehreren Luxus-Uhrenmarken (TAG Heuer, Hublot, Zenith, Bulgari) wird nächstes Jahr teilnehmen – für 2021 sei aber noch nichts klar, wie Chef Jean-Claude Biver, gerne auch Uhren-Papst genannt, kürzlich in einem Interview mit «CH Media» sagte. Diese Entscheid falle erst nach der nächsten Austragung, die vom 29. April bis 5. Mai stattfindet.

Messe erhält neuen Termin

Dieser Termin ist aber ebenfalls Teil der immer noch latenten Unzufriedenheit vieler Aussteller. Darum werden die beiden Uhrenmessen SIHH in Genf und Baselworld ab dem Jahr 2021 etwas vorziehen. «In Abstimmung mit der Baselworld werden wir den anfänglichen Zeitplan um knapp drei Wochen vorziehen, aber beide Messen finden im April statt», sagte SIHH-Präsidentin Fabienne Lupo gegenüber AWP. Die SIHH wird dabei wie ursprünglich geplant vor der Baselworld stattfinden.

Ende 2018 gaben SIHH und Baselworld bekannt, dass sie ihren Kalender ab 2020 bis 2024 synchronisieren werden, um zu verhindern, dass Händler und die Presse aus dem Ausland innerhalb von mehr oder weniger zwei Monaten zweimal in die Schweiz kommen müssen. Loris-Melikoff sagte in einem Interview auf der englischen Website WatchPro, dass einige Messeteilnehmer der Meinung waren, dass es bis Ende April/Anfang Mai zu spät sei, um Bestellungen für neue Modelle aufzugeben, die dann durchschnittlich sechs Monate später - im November - ausgeliefert würden. Das letzte Quartal ist bekanntlich das wichtigste für den Umsatz von Uhrenmarken und Detailhändler. Es ist für die Baselworld also weiterhin viel zu tun.

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