Zum Hauptinhalt springen

Massiver Gewinneinbruch bei der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank verdiente 2012 weniger als im Jahr zuvor. In den letzten Monaten verbuchte das Kreditinstitut sogar Verlust. Deutschlands grösste Bank kämpft an vielen Fronten.

Schlechte Jahreszahlen: Das Zentrum der Deutschen Bank in Frankfurt. (30. Januar 2013)
Schlechte Jahreszahlen: Das Zentrum der Deutschen Bank in Frankfurt. (30. Januar 2013)
Reuters

Milliardenverlust im vierten Quartal, Gewinneinbruch im Gesamtjahr 2012: Die erste Bilanz der Deutsche-Bank-Doppelspitze Anshu Jain und Jürgen Fitschen fällt noch schlechter aus als erwartet. Der Konzern begründete dies in Frankfurt mit Kosten für den Konzernumbau und hohen Rückstellungen für die diversen Rechtsstreitigkeiten. Operative Fortschritte wurden im Grunde komplett aufgezehrt.

Im vierten Quartal fiel unter dem Strich ein Verlust von knapp 2,2 Milliarden Euro an. Über das gesamte Jahr gesehen brach der Überschuss um 85 Prozent auf 611 Millionen Euro ein.

Die Bank bezifferte die Sonderbelastungen – Wertminderungen auf Firmenwerte sowie Aufwand für juristische Auseinandersetzungen – für das Schlussquartal auf insgesamt 2,9 Milliarden Euro. Für Rechtsstreitigkeiten wandte das Institut im vergangenen Jahr demnach insgesamt 1,6 Milliarden Euro auf.

Libor-Skandal nicht ausgestanden

Deutschlands grösste Bank kämpft an vielen Fronten: Im Prozess um die Pleite des Kirch-Medienkonzerns dürfen sich Kirchs Erben nach einem Urteil des Oberlandesgericht München aus dem Dezember Hoffnung auf Schadenersatz in mindestens dreistelliger Millionenhöhe machen. Allerdings rechnen Beobachter damit, dass der Dauerstreit erneut beim Bundesgerichtshof landen wird.

Im Skandal um Manipulationen des Referenzzinses Libor ist das letzte Wort zur Rolle der Deutschen Bank nicht gesprochen – noch läuft eine Sonderprüfung der deutschen Finanzaufsicht Bafin. Die Schweizer Grossbank UBS zahlte in dem Fall bereits eine Busse von 1,4 Milliarden Franken, eine der höchsten je gegen eine Bank verhängten Strafzahlungen.

Jain und Fitschen, die im vergangenen Juni Josef Ackermann an der Konzernspitze abgelöst hatten, bewerteten die Risiken aus den Rechtsstreitigkeiten um 1 Milliarden Euro höher als zuletzt. Damit erhöhte sich der Puffer für mögliche Strafzahlungen zum Jahresende auf 1,8 Milliarden Euro. Ausserdem belastete der Abbau von Risiken das Ergebnis.

«Kulturellen Wandel» eingeleitet

Das Führungsduo bekräftigte sein im September ausgegebenes Ziel, die Bank neu aufzustellen. «Gleichzeitig haben wir einen grundlegenden kulturellen Wandel in der Bank eingeleitet. Diese Aufgabe wird uns nicht nur die nächsten Monate, sondern über Jahre hinweg beschäftigen», erklärten Jain/Fitschen in einer Mitteilung. «Dies ist die umfassendste Umgestaltung der Deutschen Bank in der jüngeren Zeit.»

Im September hatte das Führungsduo das Ziel ausgegeben, die jährlichen Kosten bis 2015 um 4,5 Milliarden Euro zu drücken. Im Investmentbanking werden 2000 Stellen gestrichen. Das Management stimmte auf weitere Stellenstreichungen ein, ohne Zahlen zu nennen. Binnen Jahresfrist verringerte sich die Zahl der Vollzeitkräfte auf 98'219 (Vorjahr: 100'996).

Auch das Thema Boni steht auf dem Prüfstand. Am Donnerstag teilte die Bank mit, die variable Vergütung für das Jahr 2012 habe sich auf einen Anteil von neun Prozent an den Erträgen verringert – «das niedrigste Niveau seit vielen Jahren».

Um die Aktionäre bei Laune zu halten, will die Bank für das vergangene Jahr eine unveränderte Dividende von 75 Cent je Aktie ausschütten.

SDA/kle/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch