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Mädchen sorgen bei Lego für Rekordgewinn

Lego ist bei Kindern immer noch hoch im Kurs. Der Gewinn steigt um 35 Prozent auf 926 Millionen Franken. Die Strategie des Unternehmens scheint aufzugehen.

Die neue Zielgruppe liebt die farbigen Bauklötze: Mächen bastelt mit ihrem Bruder und ihrem Vater an einem Legohaus in Oslo. (6. Oktober 2012)
Die neue Zielgruppe liebt die farbigen Bauklötze: Mächen bastelt mit ihrem Bruder und ihrem Vater an einem Legohaus in Oslo. (6. Oktober 2012)
AFP

Die ungeschmälerte Kinderfreude am Spiel mit Bauklötzen beschert dem dänischen Lego-Konzern immer neue Rekordgewinne. Der Gewinn stieg 2012 um 35 Prozent auf 5,6 Milliarden Kronen (926 Millionen Franken). Vor allem der Erfolg einer neuen Produkteserie für Mädchen übertraf alle Erwartungen.

Den Umsatz konnte Lego im vorigen Jahr um 25 Prozent auf 23,4 Milliarden Kronen (3,9 Milliarden Franken) steigern. Auch der weltweite Marktanteil wuchs kräftig von 7,1 Prozent im Vorjahr auf 8,6 Prozent 2012.

Seit der weitgehenden Rückkehr zum Kerngeschäft mit den Bauklötzen hat das dänische Familienunternehmen in den vergangenen fünf Jahren jährliche Umsatzsteigerungen von stets über 15 Prozent geschafft. Der Nettogewinn vervierfachte sich in dem Zeitraum trotz Finanzkrise, Rezession und zeitweise dümpelnder Konjunktur.

Zurückzuführen ist der neue Rekordgewinn auf die Tatsache, dass jetzt auch immer mehr Mädchen mit Lego-Steinen spielen. Die Mädchen-Serie «Friends» mit Bausteinen und Figuren für die Welt «Heartlike City» war demnach «trotz einer beträchtlichen Steigerung der Produktion» oftmals ausverkauft. Besonders gut kam die Serie in Nordamerika und Asien an.

Immer oben auf den Wunschzetteln

Neben dem Angebot für Mädchen bezeichnete Konzernchef Jørgen Vig Knudstorp auch die klassischen Linien «Lego City» und «Lego Star Wars» als Erfolgsfaktoren.

Knudstorp nannte den Rekordgewinn «besser als erwartet». «Das liegt vor allem daran, dass wir Produkte lancieren und liefern konnten, die Kinder auf der ganzen Welt ganz oben auf ihren Wunschzetteln haben», sagte er

Auch in der Schweiz trieb das Programm für Mädchen 2012 den Umsatz in die Höhe - zum neunten Mal in Folge. Wie Lego Schweiz Ende Januar meldete, kletterten die Verkäufe um 2,5 Millionen auf 49,2 Millionen Franken. In einem rückläufigen Schweizer Spielzeugmarkt steigerten die Dänen ihren Marktanteil damit um 1,4 Prozentpunkte auf 16,8 Prozent.

Standorte in der Schweiz geschlossen

Lego unterhielt bis 2006 Produktionsstätten in Steinhausen ZG und Willisau LU mit über 300 Beschäftigten. In Willisau stellte das Unternehmen Bauklötze her, in Steinhausen betrieb es eine Werkzeugfabrik. Die Produktion wurde mittlerweile aber nach Osteuropa verlagert.

Auch die Europazentrale für Marketing und Verkauf in Baar ZG schloss die Firma im Frühling 2006. Betroffen waren dort nur Dänen, die nach Hause zurückberufen wurden. 2005 war Lego nach längerer Durststrecke wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Lego mit Hauptsitz im dänischen Billund gehört zu den umsatzstärksten Spielwarenherstellern der Welt. Die 1932 gegründete Firma ist immer noch ein Familienunternehmen. 2012 überschritt die Zahl der Beschäftigten weltweit die Grenze von 10'000 - sie stieg von 9400 auf 10'400.

Der Lego-Stein, das Herzstück der Marke, war vor 55 Jahren am 28. Januar 1958 in Kopenhagen patentiert worden. Das Klötzchen selbst geniesst in der EU und auch in der Schweiz für seine Form indessen keinen Markenschutz.

SDA/kle

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