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Kuoni verkauft Veranstalter in Asien

Kuoni macht nicht länger Geschäfte mit Reiseveranstaltern aus Indien und Hongkong. Der Reiseunternehmer veräussert seine Aktivitäten für rund 80 Millionen Franken.

Der Ausstieg aus dem Reiseveranstaltergeschäft wird schneller als geplant vollzogen: Eine Kuoni-Filiale in Zürich. (23. Juli 2014)
Der Ausstieg aus dem Reiseveranstaltergeschäft wird schneller als geplant vollzogen: Eine Kuoni-Filiale in Zürich. (23. Juli 2014)
Steffen Schmidt, Keystone

Kuoni kann seinen Anfang Jahr angekündigten radikalen Konzernumbau abschliessen. Das Unternehmen hat auch für sein Reiseveranstaltergeschäft in Indien und Hongkong einen Käufer gefunden. Damit hat Kuoni nun schneller als geplant sein komplettes Geschäft mit der Organisation und und dem Vertrieb von Reisen für Privatpersonen verkauft.

Der Käufer des indischen Reisegeschäfts und des Reiseveranstalters in Hongkong ist die kanadische Investmentholding Fairfax Financial. Sie übernimmt das Geschäft als Ergänzung für ihre Tochterfirma, den Reisedienstleister Thomas Cook India. Der Kaufpreis betrage 79 Millionen Franken, teilte Kuoni mit.

Ende Juni hatte Kuoni bereits mitgeteilt, an wen das europäische Reiseveranstaltergeschäft verkauft wird. Es ist der deutsche Rewe-Konzern, der mit seiner Tochter DER Touristik im Reisegeschäft tätig ist. Kuoni hatte damals mitgeteilt, das Reiseveranstaltergeschäft in Indien und Hongkong bis spätestens Ende Jahr verkaufen zu wollen. Dies ist ihr nun gelungen.

Mitarbeiter übernommen

Die Käufer übernähmen alle rund 1800 Mitarbeiter in Indien und Hongkong und führten die Geschäfte weiter, teilte Kuoni mit. «Ich freue mich sehr, dass wir für alle Einheiten eine zukunftsgerichtete Lösung gefunden haben», wird Konzernchef Peter Meier in der Mitteilung zitiert.

Für die Kuoni-Kunden in Indien und Hongkong wird sich nicht viel ändern. Zumal der Thomas Cook India die Geschäfte unter dem Namen Kuoni weiterführen wird - zumindest vorläufig. Die Marke Kuoni wurde vom Käufer für ein Jahr in Indien und für fünf Jahre in Hongkong lizenziert, wie das Unternehmen mitteilte.

Der Verkauf werde bei Abschluss der Transaktion einen leicht positiven Effekt auf das Konzernergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten haben, teilte Kuoni mit. Gleichzeitig müssten in diesem Ergebnis aber auch noch über Jahre aufgelaufene Währungsverluste verbucht werden. Diese beliefen sich per Ende Juni auf 49 Millionen Franken.

Umbau vollzogen

Mit dem Verkauf hat der Konzern den im Januar angekündigten Konzernumbau vollzogen. Zwar müssen die Wettbewerbsbehörden dem Deal noch zustimmen. Konzernchef Meier wird aber in der Mitteilung mit der Aussage zitiert, dass man den Abschluss aller Transaktionen im Laufe des Jahres 2015 erwarte. Dies ermögliche Kuoni, sich auf die weitere Entwicklung der Kerngeschäfte zu konzentrieren.

Fortan will sich der Kuoni-Konzern als reiner Branchendienstleister positionieren. Weitergeführt wird einerseits die lukrative Bearbeitung von Visaanträgen im Auftrag von Staaten, anderseits der Grosshandel mit Hotelübernachtungen und Reisedienstleistungen sowie Gruppenreisen.

Breit aufgestellt

Den Verkauf des gesamten Reiseveranstaltergeschäft hatte Kuoni damit begründet, dass der Konzern zu breit aufgestellt sei. Kuoni müsse sich auf einzelne Bereiche konzentrieren, um deren Entwicklung die nötige Aufmerksamkeit geben zu können, sagte Konzernchef Meier im Juni.

Verwaltungsratspräsident Heinz Karrer hatte den Verkauf im Januar auch mit den Veränderungen in der Branche erklärt. In der globalen Reiseindustrie werde vor allem wegen der Digitalisierung die Grösse und die weltweite Präsenz eines Reiseveranstalters immer wichtiger, sagte er.

SDA/slw

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