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Krise erwischt niederländischen Finanzkonzern

Auch der Bank- und Versicherungskonzern ING ist in die roten Zahlen gerutscht.

Insgesamt belastete die Krise den Finanzkonzern ING zwischen Juli und Ende September mit 3,1 Milliarden Euro. 1,6 Mrd. Euro davon drückten direkt auf das Ergebnis. Daher sei im dritten Quartal ein Verlust von rund 500 Millionen Euro nach einem Gewinn von etwas zwei Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum angefallen, teilte das im EuroSTOXX 50 notierte Unternehmen in Amsterdam überraschend mit.

Die Aktie fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte der Neunziger. Der Konzern verzeichnete zwar schon in den ersten sechs Monaten einen Gewinnrückgang um rund 22 Prozent, verdiente aber noch 3,46 Mrd. Euro.

Milliardenabschreiber

Zu den Belastungen, die direkt auf den Gewinn durchschlugen, musste ING noch nicht ergebniswirksame Abschreibungen vornehmen, die das Eigenkapital um 1,5 Milliarden Euro nach unten drückten. Insgesamt sank das Eigenkapital in den drei Monaten bis Ende September auf 23,9 Milliarden - rund vier Milliarden Euro weniger als Ende Juni.

Die Aktie des Unternehmens schloss mit einem Abschlag von 27,48 Prozent bei 7,34 Euro. Die Aktie war bereits den ganzen Handelstag wegen vager Gerüchten über eine mögliche Kapitalerhöhung tief im Minus.

In der Mitteilung hiess es, dass die Kapitalausstattung innerhalb der selbst gesteckten Ziele liege. ING will am 12. November die detaillierten Quartalszahlen vorlegen. ING selbst sieht sich weiter gut genug mit Kapital ausgestattet, um von Ratingagenturen mit der vergleichsweise guten Note AA eingestuft zu werden.

Tilmant: «Nicht immun»

ING-Chef Michel Tilmant betonte zudem, dass das operative Geschäft gut verlaufen sei. «Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir gegen die anhaltende Krise immun sind.» Tilmant begrüsste erneut die von der niederländischen Regierung angekündigten Massnahmen zur Stützung der Finanzmärkte und kündigte an die Einzelheiten genau zu prüfen, sobald diese bekannt sind.

Die Niederlande hatte wie Deutschland, Frankreich und weitere EU-Länder Anfang der Woche ein umfangreiches Rettungspaket für die angeschlagenen Finanzbranche angekündigt. Die niederländische Regierung garantiert Kredite der Banken untereinander im Volumen von 200 Mrd. Euro.

Für Investitionen in Banken stehen 20 Mrd. Euro zur Verfügung. Zuvor wurde für 16,8 Mrd. Euro bereits das Geschäft des Bankkonzerns Fortis in den Niederlanden komplett vom Staat übernommen.

SDA/vin

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