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Kratzer im Ikea-Lack

Ikea gibt sich weltoffen, familienfreundlich und ökologisch. Alles nur Fassade, sagt ein Ex-Kader.

Vor allem ein kritisches Gespräch über Ikea hat ihm gefehlt: Buchautor Johan Stenebo.
Vor allem ein kritisches Gespräch über Ikea hat ihm gefehlt: Buchautor Johan Stenebo.
AFP
Frauen arbeiten bei Ikea an der Kasse – und nur sehr selten im Kader.
Frauen arbeiten bei Ikea an der Kasse – und nur sehr selten im Kader.
AFP
Gestehe gerne persönliche Schwächen ein, die er gar nicht habe: Ingvar Kamprad, Ikea-Gründer.
Gestehe gerne persönliche Schwächen ein, die er gar nicht habe: Ingvar Kamprad, Ikea-Gründer.
AFP
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Ikea: Man denkt an Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga – und das nicht nur in der gut dotierten Kinderabteilung. In seinem Buch «Die Wahrheit über Ikea» demontiert Johan Stenebo, von 1989 bis 2009 in diversen Top-Positionen angestellt, dieses Image.

Das beginnt bei Ingvar Kamprad, dem Gründer – laut Stenebo eine Person voller Paradoxe: witzig bis sarkastisch, geduldig und unermüdlich, rechenstark und genial in der Führung. Doch der freundliche, alte Patriarch halte wenig von Frauen im Kader, noch weniger von Ausländern – am liebsten fälle er strategische Entscheide mit Männern aus seinem Dorf. Gerne gestehe er persönliche Schwächen ein, die er gar nicht habe – Legasthenie, ein Alkoholproblem, Dummheit, ein mieses Englisch –, um Journalisten von delikaten Fragen zu Ikea abzubringen. Die angebliche Schwäche für die Nazis in den Fünfzigerjahren hatten zwei Bücher bereits früher thematisiert. Auch Stenebo erwähnt Kamprads Wurzeln: eine deutschstämmige, sehr autoritäre Familie mit einem eingefleischten Nazi als Vater.

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