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Krallt sich Ghadhafi die angeschlagene BP?

BP steht am Abgrund: Die Kosten für den Kampf gegen die Ölpest steigen in die Milliarden. Die britische Regierung arbeitet angeblich an Notfallplänen für BP. Nun könnte der libysche Staat BP-Papiere erwerben.

Die Öl-Katastrophe wird für BP zur Milliardenbelastung:Teile des ausgelaufenen Öls werden einfach abgefackelt.
Die Öl-Katastrophe wird für BP zur Milliardenbelastung:Teile des ausgelaufenen Öls werden einfach abgefackelt.
Reuters
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Die britische Regierung bereite sich auf einen Zusammenbruch des angeschlagenen Energiekonzerns vor. Vertreter des Wirtschafts- und des Finanzministeriums führten Gespräche über die Zukunft des Ölmultis und schmiedeten Notfallpläne, berichtete die britische Zeitung «Times». Für die Briten besteht die Gefahr, dass Konkurrenten wie Exxon Mobil oder Royal Dutch Shell die Chance nutzen und ihre Finger nach BP ausstrecken.

Der fallende BP-Aktienkurs verleitet auch den libyschen Staatsfonds zum Kauf von BP-Aktien. «Dass der Preis um die Hälfte gesunken ist, macht BP interessant. Ich habe weiterhin Vertrauen in BP und werde Ghadhafis Staatsfonds LIA einen Kauf empfehlen», sagte Schokri Ghanem der Nachrichtenagentur Dow Jones. Ghanem ist Chef des staatlichen libyschen Mineralölunternehmens.

Geld aus dem Nahen Osten?

Die Ölpest im Golf von Mexiko entwickelt sich zu einem immer riesigeren Milliardenloch für BP. Die Aktien des Unternehmens, die von vielen britischen Pensionsfonds gehalten werden, haben seit Beginn der Katastrophe Mitte April beinahe die Hälfte ihres Werts verloren.

Zweieinhalb Monate nach dem Untergang der Plattform Deepwater Horizon musste der britische Energiekonzern eigenen Angaben zufolge bereits mehr als drei Milliarden Dollar für die Bewältigung der Katastrophe aufbringen, inklusive 147 Millionen Dollar an Entschädigungszahlungen. Und die Rechnung steigt weiter, denn ein durchschlagender Erfolg bei der Bekämpfung zeichnet sich zumindest bis August vorerst nicht ab. Um sich vor einer Übernahme zu wappnen, ist BP auf der Suche nach Investoren.

Möglicherweise soll das Geld dazu aus den Ölförderländern im Nahen Osten kommen, wie die Zeitung «National» in den Vereinigten Arabischen Emiraten am Sonntag meldete. Investoren aus der Region seien bereits an BP herangetreten und warteten nun auf eine Antwort, hiess es unter Berufung auf informierte Kreise.

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