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«Kollaps» des europäischen Automarktes

Die Serie von Hiobsbotschaften aus der Autoindustrie reisst nicht ab. Europas zweitgrösster Autohersteller Peugeot-Citroen fährt die Produktion zurück.

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Schlechte Aussichten wegen der Finanzkrise: Die Nachfrage nach Neuwagen bricht ein.
Schlechte Aussichten wegen der Finanzkrise: Die Nachfrage nach Neuwagen bricht ein.
Keystone

Peugeot-Citroen kündigte heute angesichts des Nachfrageeinbruchs massive Produktionskürzungen an. Der französische Konzern reagiere damit auf den «Kollaps» des europäischen Automarktes, sagte Unternehmenschef Christian Streiff in Paris. Zuvor hatten bereits Renault und Fiat düstere Zukunftsprognosen veröffentlicht. Auch der Lastwagenbauer Volvo klagte über einen drastischen Rückgang der Auftragseingänge.

Peugeot-Citroen-Chef Streiff berichtete, der Umsatz des Autobauers sei im dritten Quartal um mehr als 5 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro gesunken und Besserung sei nicht in Sicht. Für das vierte Quartal erwartet der Autobauer einen Rückgang des europäischen Marktes um 17 Prozent.

Hatte der Konzern ursprünglich für 2008 mit einem Absatzwachstum von fünf Prozent gerechnet, so geht Streiff für das Gesamtjahr nun von eine Nachfragerückgang von 3,5 Prozent aus. Der Manager kündigte deshalb massive Produktionskürzungen im vierten Quartal an, die das operative Ergebnis spürbar belasten würden. Der Aktienkurs von Peugeot-Citroen brach nach Börseneröffnung um 12,4 Prozent ein.

Renault senkte Ergebnisprognose

Am Donnerstagabend nach Börsenschluss hatte bereits der zweite grosse französische Autobauer Renault seine Ergebnisprognose wegen der Marktflaute gesenkt. Zwar erwartet Renault für 2008 nach wie vor einen Absatz leicht über dem Vorjahresniveau, falls sich die Bedingungen nicht weiter verschlechtern. Doch liegt dies deutlich unter den Prognosen zum Jahresbeginn, als Renault noch mit einem Plus von 10 Prozent rechnete.

«Die Krise ist da. Sie trifft die ganze reale Wirtschaft, insbesondere die Autoindustrie und damit auch Renault», meinte Firmenchef Patrick Pelata. Bereits im vergangenen Monat hatte Renault deshalb den Abbau von 6.000 Stellen angekündigt.

Der italienische Autobauer Fiat schockte am Donnerstagabend mit der Prognose, im schlimmsten Falle könnte der Automarkt im kommenden Jahr um bis zu 20 Prozent einbrechen. Dabei konnte das Unternehmen im Gegensatz zu vielen Konkurrenten Umsatz und Gewinn im dritten Quartal noch leicht steigern. Geringere Verkaufszahlen in Westeuropa wurden dabei nicht zuletzt durch das gute Geschäft in Brasilien wettgemacht.

Volvo leidet unter Stornierungen

Doch nicht nur Autobauer leiden. Der schwedische Lastwagenbauer Volvo berichtete ebenfalls von einem dramatischen Rückgang der Auftragseingänge insbesondere in Europa. Hier habe es so viele Stornierungen von Bestellungen gegeben, dass der Konzern unter dem Strich im dritten Quartal lediglich 115 zusätzliche Aufträge verzeichnen konnte.

In Deutschland hatte angesichts der Absatzflaute am Donnerstag der Daimler-Konzern bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Ergebnisprognose gesenkt. Daimler-Chef Dieter Zetsche stimmte die Mitarbeiter auf eine längere Durststrecke ein.

(AP)

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