Zum Hauptinhalt springen

«Kindergartendesign mit Frühenglisch, please stop it...!»

Der neue Auftritt der Fluggesellschaft Swiss polarisiert unsere Leserschaft. Angeprangert wird überwiegend der Slogan «Our sign is a promise». Dieser stünde für nichts. Auch anderes gibt zu reden.

Kommt nicht bei allen gut an: Das neue Swiss-Logo – gestern präsentiert in Kloten.
Kommt nicht bei allen gut an: Das neue Swiss-Logo – gestern präsentiert in Kloten.
Keystone

Die Fluggesellschaft Swiss schärft ihren Markenauftritt. Am Donnerstag wurden den Medien ein neues Logo und ein neuer Slogan präsentiert. Als optisches Erkennungszeichen setzt die Swiss auf das Schweizer Kreuz in Form einer Flugzeug-Heckflosse. Inhaltlich wird das neue Logo mit dem Markenversprechen «Our sign is a promise» (Zu Deutsch: Unser Signet ist ein Versprechen) aufgeladen.

Die Leser von Redaktion Tamedia überzeugt der neue Wurf nicht restlos. Die Reaktionen fallen grösstenteils sogar negativ aus. Stellvertretend für eine Mehrheit der vielen Kommentare bringt Leser Samuel Scherrer die Generalkritik auf den Punkt: «Kindergartendesign mit Frühenglisch, please stop it...!» Der Slogan sei auf Schweizerdeutsch verständlich, auf Englisch hingegen mache er keinen Sinn, wird moniert.

Schweizer Charakter: Streng ohne Schnörkel

Durchzogen ist die Reaktion beim Logo. Leser Heinz Meier gewinnt ihm etwas Gutes ab: «Endlich haben die ein Einsehen und haben ein Signet, welches nach was ausschaut. Das alte Logo war ja fürchterlich.» Martin Braun meint zwar, dass das Design so aussehe, wie wenn ein Schuljunge ein Flugzeug male. Das aktuelle Logo entspreche jedoch genau dem Schweizer Charakter: streng, ohne Schnörkel und, was besonders schön daran sei, es hebe sich von der grossen Menge der anderen Logos ab. Auch Markus Mühlemann findet die neue Markenwelt ansprechend: «Achten Sie mal auf das heutige Logo der Swiss. Man muss die Lesebrille nehmen, um zu sehen, was da steht. Das neue Logo ist in dieser Hinsicht einfach viel besser.»

«Logo von Brûlé ist perfekt»

Es gibt aber auch Stimmen, die dem Werk von Tyler Brûlé nachtrauern: «Das Erscheinungsbild war von hohem visuellen Wert, die Rechtecke vermittelten Geradlinigkeit, Klarheit, Qualität. Das neue Logo mit diesem völlig disproportionierten Seitenleitwerk sieht aus wie Clipart von Microsoft und passt zu einer Billig-Airline.» Oder das lobende Wort von Peter Martinelli: «Das Logo von Brûlé ist perfekt, das ist in fünfzig Jahren noch gut.»

Fragwürdiger Einsatz des Schweizer Kreuzes

Für Benno Eggenberger spielt die optische Erscheinung der Marke keine Rolle: «Letztendlich ist es egal, wie das Logo aussieht. Fakt ist, dass wir eine Gesellschaft für 350 Millionen verkauft haben, die heute die produktivste im Lufthansa-Konzern ist. Dass diese als Logo ein Schweizer Kreuz tragen darf, ist eigentlich fragwürdig – denn weder die Flugzeuge stammen aus der Schweiz noch das Kerosin, noch der CEO und auch nicht das Gesellschaftskapital. Schade.» (lue)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch