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Kantonalbanken trotzen den historisch tiefen Zinsen

Ein solides Geschäftsjahr 2014: Die 24 Kantonalbanken steigern ihren Gewinn. Sogar die Zinserträge bleiben nahezu auf dem Stand des Vorjahres.

Marktumfeld bleibt wegen Negativzinsen «anspruchsvoll»: Frauen betreten eine Filiale der Luzerner Kantonalbank.
Marktumfeld bleibt wegen Negativzinsen «anspruchsvoll»: Frauen betreten eine Filiale der Luzerner Kantonalbank.
Keystone

Die 24 Kantonalbanken haben nach Angaben ihres Verbandes ein gutes Geschäftsjahr hinter sich. Sie erwirtschafteten zusammen einen Reingewinn von 2,7 Milliarden Franken, leicht mehr als 2013. Trotz tiefer Zinsen war der Erlös aus dem Zinsgeschäft fast so hoch wie im Vorjahr.

Der Reingewinn der Kantonalbanken stieg um 0,8 Prozent, wie der Verband der Schweizerischen Kantonalbanken (VSKB) mitteilte. Der aggregierte Betriebsertrag sank um 3 Prozent auf 8,3 Milliarden Franken, der Bruttogewinn um 5,2 Prozent auf 3,9 Milliarden Franken.

Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste verbuchten die Banken im Umfang von insgesamt 223,8 Millionen Franken. Das waren 59,7 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 5,4 Prozent auf 541,5 Milliarden Franken.

Tiefe Zinsen drücken Margen

Die historisch tiefen Zinsen drückten die Margen im Zinsgeschäft, schrieb der Verband. Vor allem für Retailbanken seien die Herausforderungen gross. Dennoch konnten die Kantonalbanken den Gewinn von 2013 praktisch halten: Ihr Erfolg aus dem Zinsgeschäft betrug 5,3 Milliarden Franken. Das waren 0,8 Prozent weniger als 2013.

Das Zinsgeschäft – das Ausleihen von Geld an Kunden für Hypotheken oder Kredite – entsprach rund 64 Prozent des Betriebsertrages. Es war damit die wichtigste Einnahmequelle der Kantonalbanken.

Auch negative Entwicklung

Einen Rückgang von zusammen 1,6 Prozent auf noch rund 2 Milliarden Franken mussten die Kantonalbanken im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft hinnehmen. Und die Erträge aus dem Handelsgeschäft sanken um 10 Prozent auf 734 Millionen Franken.

Die Kantonalbanken liehen 2014 mehr Geld aus als im Vorjahr. Die Ausleihungen beliefen sich auf zusammen 388 Milliarden Franken, was einer Zunahme um 4,6 Prozent entsprach. Das Volumen der Hypotheken stieg um 3,9 Prozent auf 330 Milliarden Franken. Der VSKB sprach von einer «soliden Zunahme».

Den Betriebsaufwand senkten die Kantonalbanken um 1 Prozent auf auf rund 4,4 Milliarden Franken. Dank viel Ausgabendisziplin hätten die tieferen Erträge zum Teil ausgeglichen können. Die gesamten Personalkosten als grösste Position senkten die Banken um 1,3 Prozent auf rund 2,9 Milliarden Franken.

Vorsichtige Prognosen für 2015

Vom Gewinn der Kantonalbanken profitieren die Kantone und Gemeinden als Eigentümer. Insgesamt 1,4 Milliarden Franken flossen aus den Banken in ihre Kassen, wie der VSKB schrieb. Für das laufende Jahr rechnen die Kantonalbanken grösstenteils mit rückläufigen Ergebnissen.

Wegen der von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) beschlossenen Negativzinsen bleibe das Marktumfeld anspruchsvoll, schrieb ihr Verband. Und eine Trendwende bei den Zinsen im Geld- und Kapitalmarkt sei nicht absehbar.

SDA/spu

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