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Julius Bär hat Schweres zu verdauen

Der Gewinn der Privatbank ging 2013 deutlich zurück. Die Kosten für die Übernahme einer Merrill-Lynch-Sparte sowie den US-Steuerstreit sind hoch.

Die Bank Julius Bär erzielte 2013 einen Gewinn von 188 Millionen Franken: CEO Boris Collardi bei einem Auftritt im letzten Sommer. (22. Juli 2013)
Die Bank Julius Bär erzielte 2013 einen Gewinn von 188 Millionen Franken: CEO Boris Collardi bei einem Auftritt im letzten Sommer. (22. Juli 2013)
Keystone

Im Zusammenhang mit der US-Steueraffäre verbuchte die Bank 2013 Kosten von 35 Millionen Franken. Davon entfallen 15 Millionen auf eine Rückstellung für erwartete künftige Rechtskosten. Im Vorjahr hatte Julius Bär Kosten von 38 Millionen für die US-Steueraffäre verbucht. Insgesamt belaufen sich die Kosten damit bislang auf rund 81 Millionen Franken. Die Bank gehört zur Kategorie 1 der Schweizer Banken, gegen die bereits ein Ermittlungsverfahren der US-Behörden wegen Beihilfe zu Steuerdelikten läuft und denen eine Busse droht.

Julius Bär habe keine höhere Rückstellung gebildet, weil nach wie vor keine Anhaltspunkte für die Höhe der Busse bestünden, sagte Konzernchef Boris Collardi in einer Telefonkonferenz. Die Situation sei mit der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) besprochen worden. Zum Vergleich: die UBS hat 780 Millionen Dollar Strafe gezahlt, die Credit Suisse stellte 295 Millionen Franken zurück.

Collardi wollte sich nicht mehr darauf festlegen, wann der US-Steuerstreit beigelegt sein könnte. Nachdem er dies schon für letztes Jahr erwartet hatte, hofft er nun auf einen Abschluss «so schnell wie möglich». Dies hänge aber fast ausschliesslich vom US-Justizministerium ab. «Wir sind bereit», sagte Collardi.

Mehr Vermögen verwaltet

Die andere grosse Baustelle der Bank ist das übernommene Internationale Vermögensverwaltungsgeschäft (IWM) von Merrill Lynch. Die Integration sei 2013 erfolgreich verlaufen, hiess es. Bis zum Ende der Eingliederung Anfang 2015 sollte der angestrebte Vermögenstransfer von 57 Milliarden bis 72 Milliarden Franken «am unteren Ende der Bandbreite» erreicht werden. Der Kaufpreis falle entsprechend geringer aus.

Die IWM-Übernahme brachte weitere Gelder zur Bank: 2013 stiegen die von Julius Bär verwalteten Vermögen um 65 Milliarden oder 34 Prozent auf 254 Milliarden Franken. Davon entfallen 53 Milliarden auf IWM. Das Netto-Neugeld belief sich auf 7,6 Milliarden, nach 9,7 Milliarden im Vorjahr. Es stammt weiterhin mehrheitlich aus den Wachstumsmärkten sowie dem lokalen Geschäft in Deutschland. Demgegenüber überwiegen im grenzüberschreitenden europäischen Geschäft die Abflüsse wegen Selbstdeklarationen von Kunden bei den Steuerbehörden.

Gewinn geht um 30 Prozent zurück

Bei der Bank Julius Bär ist der Gewinn im vergangenen Jahr um 30 Prozent auf 188 Millionen Franken gefallen. Auf dem Gewinn der Bank lasteten neben den Kosten für die Integration und Restrukturierung von IWM von gegen 200 Millionen Franken auch Abschreiber auf akquisitionsbedingten immateriellen Vermögenswerten von 101 Millionen. Hinzu kam eine Rückstellung wegen des Doppelbesteuerungsabkommens der Schweiz mit Grossbritannien. Julius Bär hat ihre Garantiezahlung von 28 Millionen bereits im ersten Semester abgeschrieben.

Der um diese Sonderfaktoren adjustierte Konzerngewinn stieg um 19 Prozent auf 480 Millionen Franken. Der Betriebsertrag verbesserte sich um 26 Prozent auf 2,195 Milliarden Franken und die Bruttomarge blieb unverändert bei 96 Basispunkten. Mit den Ergebniszahlen liegt Julius Bär leicht über dem Schnitt der Analystenprognosen. Die Dividende soll unverändert 60 Rappen pro Aktie betragen.

Im Jahr 2014 werde sich der Fokus auf die Verbesserung der Kosteneffizienz des schnell gewachsenen Geschäfts verlagern, erklärte Konzernchef Collardi. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Vollzeitstellen um 1669 auf 5390 geklettert. Davon kamen netto 1220 von IWM. Collardi rechnet für 2014 und 2015 unverändert mit weiteren Integrationskosten von 211 Millionen Franken.

SDA/ldc

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