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Jüdische Nationalisten klagen gegen UBS

Neben der Finanzkrise droht der UBS neues Ungemach: Jüdische Anwälte haben gegen die Bank eine Sammelklage eingereicht. Der Vorwurf: Die UBS habe Terrorgeschäfte mitfinanziert.

Hinter der Klage steht Shurat Ha Din, eine israelisch-nationalistische Vereinigung von Anwälten mit Sitz in Tel Aviv und New York, wie die «Rundschau» auf SF1 berichtete. Die Anwalts-Organisation ist spezialisiert auf Sammelklagen für jüdische Terroropfer.

Treibende Kraft hinter dem Angriff auf die UBS ist die 34-jährige Nitsana Darshan-Leitner. «Wir fanden heraus, dass die UBS Dollarnoten in den Iran transferierte. Der Iran wiederum unterstützt Terrororganisationen wie Hamas», erklärt Darshan-Leitner gegenüber der Rundschau den Klagegrund.

Lukratives Geschäft für die Anwälte

Die Kläger Berufen sich auf folgendes Geschäft der UBS mit dem Iran: Im Auftrag der amerikanischen Notenbank hatte die UBS neue Dollarnoten in Umlauf gebracht. Die UBS lieferte bis 2004 trotz eines Embargos neue Noten in den Iran und tauschte diese gegen alte Noten um. Für diese Transaktionen musste die Bank 100 Millionen Dollar Strafe bezahlen, hiess es in der «Rundschau»-Reportage. Im Jahr 2005 hat sich die UBS aus sämtlichen Irangeschäften zurückgezogen.

Darshan-Leitner und die 50 jüdischen Kläger fordern von der Bank 500 Millionen Dollar Schadensersatz. «Wenn die UBS die Klage verliert, wird sie es niemals mehr wagen, eine Terrororganisation zu unterstützen», so Darshan-Leitner.

Wenig Aussicht auf Erfolg

Die Klage hat wenig Aussicht auf Erfolg. «Die Kausalität ist weit hergeholt», sagt Vito Roberto, Professor für Wirtschaftsrecht an der Universität St. Gallen. «Trotzdem kann es Sinn machen, solch eine Klage einzureichen. Denn in den USA muss man die Gegenseite auch bei einer Niederlage nicht entschädigen. Jeder trägt die Anwaltskosten selber.»

Auch wenn die Klage wenig bedrohlich erscheint, kostet sie die UBS Geld und Image. Es kann Jahre dauern bis die Richter ein Urteil fällen. Klageführerin Darshan-Leitner spekuliert daher auf einen Vergleich. Das würde auch ihr privates Portemonnaie freuen: 30 bis 40 Prozent der Summe stecken die Anwälte als Honorar ein.

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