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In der Schweiz müssen 18'000 Toyotas in die Werkstätten zurück

Wegen Brandgefahr: Mehr als sieben Millionen Toyotas verschiedener Modelle müssen weltweit überarbeitet werden. In der Schweiz erhalten die Besitzer von 18'038 Autos Post.

Schon einmal hatte Toyota Probleme: Arbeiter begutachten einen Corolla in Ohira, Japan. (Archivbild)
Schon einmal hatte Toyota Probleme: Arbeiter begutachten einen Corolla in Ohira, Japan. (Archivbild)
AFP

Der japanische Autobauer Toyota ruft weltweit mehr als sieben Millionen Fahrzeuge zurück. Betroffen seien 7,43 Millionen Autos, vor allem der Modelle Corolla und Camry, da bei ihnen Brandgefahr durch einen elektrischen Fensterheber bestehe, teilte das Unternehmen mit. Die Fensterheberschalter auf der Fahrerseite müssten überprüft und gegebenenfalls kostenfrei ausgetauscht werden.

Zu den zurückgerufenen Modellen gehörten auch der Auris, der RAV4 und der Kleinwagen Vitz, der in der Schweiz als Yaris bekannt ist. Von der Rückrufaktion seien in Europa etwa 1,39 Millionen Fahrzeuge, in den USA 2,4 Millionen und in China 1,4 Millionen Fahrzeuge betroffen, teilte Toyota weiter mit.

Schweiz: 18'038 Toyotas betroffen

In der Schweiz erhalten die Besitzer von 18'038 Toyotas demnächst Post von ihrer Garage. Bei den Modellen Yaris, Auris, Corolla und RAV4 muss ein qualitativ schlechtes Schmiermittel bei den elektrischen Festerhebern ausgewechselt werden. Diese könnten sonst klemmen oder blockieren. Deswegen müssen die Autos in die Werkstätten zurück, wo das Schmiermittel ausgewechselt werden soll.

Dass wegen des Öls eine Brandgefahr entstehe, hält der Geschäftsführer von Toyota Schweiz, Philipp Rhomberg, für eher unwahrscheinlich. Es passiere in seltenen Fällen, dass die elektrischen Kontakte schmölzen, sagte er der Nachrichtenagentur sda.

Betroffen sind Modelle aus den Jahrgängen 2006 bis 2010. Die rund 18'000 von der Aktion betroffenen Wagen entsprechen laut Rhomberg 6 Prozent der in der Schweiz zugelassenen Fabrikate des japanischen Autobauers. Insgesamt rollen hierzulande 300'000 Toyotas auf den Strassen.

Vier bis sechs Jahre alte Modelle betroffen

Toyota Deutschland erklärte, dass es durch eine nicht ordnungsgemässe Dosierung von Schmiermittel zu einem Verschleiss der Fensterheberschalter kommen könnte. Die Schalter funktionierten dann nur noch eingeschränkt oder in Einzelfällen auch gar nicht mehr.

Laut Toyota USA sind bisher weder Unfälle oder Verletzungen im Zusammenhang mit dem Fensterheberschalter bekannt. Aber es seien mehr als 200 Schäden in den Vereinigten Staaten gemeldet worden. Ein «kratziger oder klebriger» Eindruck beim Betätigen des Hauptschalters deute auf den Defekt hin. Der Versuch, es mit handelsüblichen Schmiermitteln zu beheben, könne zum Schmelzen oder Abrauchen des Schalters führen und unter bestimmten Umständen zu einem Brand.

Der weltgrösste Autobauer hatte in den vergangenen Jahren weltweit schon mehrere Millionen Fahrzeuge wegen technischer Probleme und Sicherheitsmängeln zurückrufen müssen.

Inselstreit setzt Toyota zu

Die Rückrufaktion ist nicht der einzige Schlag für Toyota. Die Wut der Chinesen über einen Territorialstreit trifft alle japanischen Autobauer zurzeit mit voller Wucht. Der Absatz von Herstellern wie Toyota, Nissan, Suzuki und Honda brach im September im Reich der Mitte um bis zu rund 50 Prozent ein.

Die Chinesen boykottieren seit Mitte September zahlreiche japanische Waren, nachdem das Nachbarland in einem Streit um zwei Inseln im ostchinesischen Meer vorgeprescht war (lesen Sie dazu auch die Analyse von Tobias Straumann). Tokio hatte die Gebiete von zwei Privatleuten gekauft und damit China brüskiert, das ebenfalls Ansprüche auf die Inseln erhebt. Gewalttätige Ausschreitungen und Boykottaufrufe auf dem Festland waren die Folge.

Der Verzicht der Chinesen schlug sich in den Absatzzahlen der Autobauer jenseits des Meeres drastisch nieder. So verkaufte Toyota im vergangenen Monat knapp 49 Prozent weniger Autos als vor Jahresfrist, bei Nissan betrug das Minus gut ein Drittel, bei Suzuki gut 42 Prozent und bei Honda gut 40 Prozent.

Für die anderen Ausländer war der September ein glänzender Monat in China. So steigerte BMW seinen Absatz vor Ort um mehr als die Hälfte, Audi um ein Fünftel und die koreanische Hyundai um 15 Prozent.

AFP/rub

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