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«Ich wollte ein Terminal, keinen Streit im Hafen»

Auf dem Prüfstand. Der Chef von SBB Cargo, Nicolas Perrin, bereitet die Güterbahn auf den Einstieg eines Partners vor.

BaZ: SBB Cargo ist das Sorgenkind der Nation. Es musste im Frühjahr sogar eine Wertberichtigung vorgenommen werden. Wie schlecht steht es um Ihr Unternehmen?

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Was ist konkret passiert?

Nicht nur das: Sie bauen 330 Stellen in zwei Jahren ab und 800 bis 2023. Was ist dann von SBB Cargo noch übrig?

Sie hatten das gleiche Problem bereits vor sechs Jahren und haben zahlreiche Bedienpunkte geschlossen.

800 Stellen sind aber ein grosser Teil Ihrer Belegschaft.

Grundsätzlich soll der Bund künftig nicht allein das Risiko für den Güterverkehr der SBB tragen. Warum können Sie das nicht ohne Partner?

Denken Sie an ein privates Unternehmen?

Dann wird es ungemütlich, weil Sie erneut hinterfragt werden.

Die Unsicherheit bei SBB Cargo ist auch in der Region Basel spürbar. Kritische Stimmen sagten bereits das Ende des trimodalen Containerterminals Basel Nord voraus, das dereinst Rhein, Schiene und Strasse verbinden soll. Rhenus-Chef Andreas Stöckli, der mit der Contargo einer Ihrer Partner in dem Projekt ist, hat umgehend dementiert. Was stimmt denn nun?

Inzwischen hat der Bund 83 Millionen Franken für den ersten Ausbauschritt, ein Terminal für Schiene und Strasse, gesprochen.

Bleiben Sie im Aktionariat unter sich, oder öffnen Sie sich für andere Unternehmen?

Die grundsätzliche Kritik am Terminal Gateway Basel Nord wird ja von einem privaten Terminalbetreiber, der Wirtschaftskammer und mehreren bürgerlichen Nationalräten formuliert. Jüngst hat der Chef von Swissterminal kritisiert, dass der gesamte Containerumschlag künftig mitten im urbanen Raum stattfinden soll – mit allen Gefahren und Risiken beispielsweise wegen Gefahrgütern. Ihre gescheiterten Pläne sahen ein Terminal im Limmattal ausserhalb städtischer Lage vor.

Der Basler Volkswirtschaftsdirektor Christoph Brutschin spricht angesichts der Konflikte im Hafen von einer ausgewachsenen Hafenschlägerei. Was hätten Sie anders machen können, dass der Konflikt unter anderem mit Swissterminal nicht so eskaliert wäre?

Sie bedauern die Planung des Hafenbeckens?

Was meinen Sie damit?

Nun, es könnte aber auch ein Quasi-Monopol entstehen, sagen Kritiker – zwar soll ein diskriminierungsfreier Zugang für alle Transportunternehmen sichergestellt werden, aber Sie könnten auch mit Dumpingpreisen in den Markt gehen.

Das Projekt zieht sich bereits über mehrere Jahre, die Transportmengen sind volatil – oder haben Sie Anzeichen für ein Ansteigen des Containerverkehrs in die Schweiz?

Das heisst, die Verlegung vom Wolf nach Kleinhüningen generiert ständigen Stau in Basel: Die Standorte sind ja so gelegen, dass künftig alles durch die Stadt muss, was dann kurz nach der Grenze umgeladen wird und was sonst bereits Richtung Mittelland im Bahnhof umgeschlagen wurde.

35 Prozent sind immer noch deutlich unter den 50 Prozent, die Sie anstreben. Gleichzeitig sind die Strecken in der Schweiz zu kurz, um effizienten Verkehr anbieten zu können, wie Sie vorhin sagten.

Bröckelt angesichts der Kritik nicht auch der politische Rückhalt, wie Vorstösse im Nationalrat zeigen? Auch FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger zeigte sich jüngst im Interview mit der BaZ besorgt und sagte, dass sie kein gutes Gefühl habe, was den Hafen angeht. Die finanziellen Schwierigkeiten von SBB Cargo gehörten auf den Tisch, genauso wie die Verdrängung privater Unternehmen zugunsten von SBB Cargo im Hafen. Was sagen Sie dazu?