HSBC kauft sich mit Milliardenzahlung frei

Geldwäsche für Drogenkartelle und Überweisungen für den Iran: Dies warfen US-Behörden der britischen Grossbank vor. Nun zahlt die HSBC offenbar 1,9 Milliarden Dollar, um das Verfahren beizulegen.

Fehlverhalten in gewissen Punkten eingeräumt: Filiale der Bank in Jersey. (11. November 2012)

Fehlverhalten in gewissen Punkten eingeräumt: Filiale der Bank in Jersey. (11. November 2012)

(Bild: Reuters)

Mit Zahlung einer Rekordstrafe von 1,9 Milliarden Dollar kann die britische Grossbank HSBC offenbar einen Geldwäscheskandal in den USA ad acta legen. Wie ein Behördenvertreter mitteilte, einigte sich das grösste Geldinstitut Europas mit US-Behörden auf eine Aussetzung der Strafverfolgung.

Das bedeutet, dass HSBC in gewissen Punkten ein Fehlverhalten einräumt. HSBC-Chef Stuart Gulliver sagte, die Bank übernehme die Verantwortung für Fehler in der Vergangenheit. «Wir haben gesagt, dass es uns zutiefst leidtut, und tun das noch einmal», erklärte er.

Einzelheiten noch unklar

Nähere Einzelheiten lagen zunächst nicht vor. Die Einigung mit HSBC würde voraussichtlich am Dienstag bekannt gegeben, sagte der Behördenvertreter weiter. Den Angaben zufolge verpflichtet sich die Grossbank zur Zahlung einer Vermögensstrafe von 1,25 Milliarden Dollar und einem Bussgeld von 655 Millionen Dollar.

Damit käme HSBC um eine Klage herum, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllt – wie etwa eine Stärkung interner Kontrollmechanismen zur Eindämmung von Geldwäsche.

Geldwäsche für Drogenkartelle

HSBC soll für Länder wie den mit internationalen Sanktionen belegten Iran Milliarden von Dollar transferiert haben. Der US-Senat warf dem Geldinstitut zudem in einem Bericht vor, in grossem Stil Geldwäsche für Drogenkartelle betrieben zu haben.

Demnach sollen zwischen 2007 und 2008 Gelder in Höhe von rund 7 Milliarden Dollar aus Mexiko in die USA geflossen sein. Die HSBC Mexiko räumte ein, über 39 verdächtige Transaktionen gar nicht und über mehr als 1700 Fälle zu spät berichtet zu haben.

Überdies soll die US-Abteilung von HSBC Dienstleistungen für einige Banken in Saudiarabien und Bangladesh erbracht haben, die vermutlich al-Qaida und andere Terrorgruppen finanziell unterstützen.

Auch andere britische Bank bezahlt

Auch die britische Bank Standard Chartered stand am Montag wegen ihrer Geschäftsmethoden erneut im Zwielicht. Das Kreditinstitut einigte sich in einem Skandal um unerlaubte Geschäfte mit dem Iran mit der New Yorker Finanzaufsicht auf eine Zahlung von 340 Millionen Dollar.

mw/sda

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