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Hayek und der Royal-Baby-Spass

Er hat gut lachen, Swatch-Chef Nick Hayek. Die Zahlen glänzen, die Aktie legt zu. Und beim Blick in die Zukunft kann er sich ein Spässchen zum Royal Baby nicht verkneifen.

Blickt auf ein erfolgreiches Halbjahr zurück: Swatch-Boss Nick Hayek.
Blickt auf ein erfolgreiches Halbjahr zurück: Swatch-Boss Nick Hayek.
Keystone

«A day where you have a royal baby you can only have a bullish outlook», sagte Swatch-Chef Hayek im Interview mit dem US-Business-Sender CNBC («Am Tag an dem ein königliches Baby geboren wurde, kann man nur zuversichtlich in die Zukunft schauen»).

Zuvor vermeldete Swatch starke Halbjahreszahlen. Trotz Bremsspuren hat der weltgrösste Uhrenkonzern kräftig zugelegt. Der Umsatz wuchs um beinahe 9 Prozent. 1150 neue Stellen wurden geschaffen. Damit hat sich Swatch besser geschlagen als die Schweizer Uhrenindustrie, die ihre Exporte zuletzt kaum noch steigern konnte.

6,1 Prozent mehr Reingewinn

Der Umsatz sei um 8,7 Prozent auf 4,181 Milliarden Franken gestiegen, teilte der Bieler Luxusgüterkonzern wie üblich weit vor dem eigentlich vorgesehenen Publikationsdatum mit. Der Reingewinn verbesserte sich um 6,1 Prozent auf 768 Millionen Franken.

Während der Umsatz die Erwartungen der Finanzgemeinde erfüllte, hat sie der Reingewinn übertroffen. Analysten hatten im Durchschnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP mit einem Reingewinn von 733 Millionen Franken gerechnet. Dies sei einem besseren Finanzergebnis und einer geringeren Steuerlast zu verdanken, schreibt die ZKB.

Unüblich hohe Marketingaufwendungen

Nicht mithalten konnte indes der Betriebsgewinn (Ebit), der lediglich um 0,8 Prozent auf 910 Millionen Franken stieg, und damit etwas unter den Erwartungen ausfiel. Dies führten die Analysten auf die zurückhaltende Preispolitik von Swatch, die unüblich hohen Marketingaufwendungen sowie auf die Integration des im Frühling gekauften Schmuck- und Uhrenherstellers Harry Winston zurück.

Die Investitionen in die Produktion, das Vertriebsnetz und Harry Winston sollten sich allerdings in Zukunft positiv auswirken, urteilten die Bank J.Safra Sarasin und die Privatbank Notenstein.

Uhren und Schmuck glänzen

Das Uhren- und Schmucksegment mit seinen 20 Marken bleibe der Wachstumsteiber mit einem Umsatzplus von 9,1 Prozent im ersten Semester, teilte Swatch weiter mit. Man habe bei allen Marken intensiv ins Marketing investiert.

Damit hat Swatch die Dynamik der gesamten Schweizer Uhrenindustrie deutlich übertroffen. Die Branche konnte im ersten Halbjahr ihre Exporte lediglich um 0,8 Prozent steigern. Bei den Armbanduhren betrug das Plus immerhin 1,5 Prozent. Insbesondere die Einbrüche der Verkäufe in den sehr wichtigen Absatzmärkten China und Hongkong machten der Schweizer Uhrenindustrie zu schaffen.

Dagegen hiess es bei Swatch, man sei erneut in allen Regionen gewachsen, obwohl das Vorjahressemester bereits sehr stark gewesen sei und damit die Latte für den Vergleich sehr hoch gelegen habe.

1150 neue Stellen

Dies schlägt sich im Personalbestand nieder. Seit Dezember habe man 1150 Stellen geschaffen, teilte Swatch mit. Davon seien 560 Arbeitsplätze in der Schweiz entstanden. Damit beschäftigt die Gruppe jetzt über 31'000 Angestellte weltweit.

Analysten beurteilten das Halbjahresergebnis als solide. «Allerdings scheinen die Zeiten eines zweistelligen Wachstums vorerst vorbei zu sein», befand die Privatbank Notenstein.

Dennoch zeigte sich Konzernchef Nick Hayek weiterhin für die Zukunft optimistisch: «Die Aussichten des Konzerns in der zweiten Jahreshälfte sind weiterhin vielversprechend und es wird ein starkes zweites Halbjahr erwartet», hiess es im Communiqué.

Auch die Anleger zeigten sich begeistert: Zum Handelsschluss lag der Kurs 1,7 Prozent höher. Der Gesamtmarkt SMI verlor 0,39 Prozent.

SDA/cpm/mw

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