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Hauptzeuge Liechti nennt Weil «Freund»

2008 wurde er verhaftet und kam später mit Aussagen gegen seinen ehemaligen Chef auf freien Fuss: Ex-UBS-Banker Martin Liechti. Nun sagte er erstmals im Raoul-Weil-Prozess aus.

Den Geschworenen fehlte es an direkten Beweisen für einen Schuldspruch: Raoul Weil (hier mit seiner Frau Susan Lerch) verlässt nach dem Freispruch das Gerichtsgebäude in Fort Lauderdale (Florida). (4. November 2014)
Den Geschworenen fehlte es an direkten Beweisen für einen Schuldspruch: Raoul Weil (hier mit seiner Frau Susan Lerch) verlässt nach dem Freispruch das Gerichtsgebäude in Fort Lauderdale (Florida). (4. November 2014)
Keystone
Er gehörte laut dem Hauptzeugen zu den einflussreichsten Stimmen in der UBS: Raoul Weil mit seiner Frau Susan Lerch Weil vor dem Gericht in Florida. (23. Oktober 2014)
Er gehörte laut dem Hauptzeugen zu den einflussreichsten Stimmen in der UBS: Raoul Weil mit seiner Frau Susan Lerch Weil vor dem Gericht in Florida. (23. Oktober 2014)
Andrew Innerarity, Reuters
Im Prozess in Florida plädiert er auf unschuldig: Raoul Weil (links) mit seinem Anwalt David Mendel (7. Januar 2014) in Fort Lauderdale.
Im Prozess in Florida plädiert er auf unschuldig: Raoul Weil (links) mit seinem Anwalt David Mendel (7. Januar 2014) in Fort Lauderdale.
J Pat Carter, Keystone
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Raoul Weil sei «eine der einflussreichsten Stimmen» innerhalb der UBS gewesen, sagte Martin Liechti im Prozess gegen den früheren UBS-Topmann aus. Der ehemalige Leiter des US-Überseegeschäftes Liechti ist der Hauptzeuge der amerikanischen Regierung.

Diese wirft Weil als Leiter der globalen Vermögensverwaltung der Grossbank vor, gemeinsam mit anderen Bankern der UBS rund 20'000 vermögenden Amerikanern geholfen zu haben, gegen 20 Milliarden Dollar vor den amerikanischen Steuerbehörden zu verstecken. Die Verteidigung von Weil weist die Verantwortung Weils für die Taten seiner Untergebenen, namentlich von Liechti, zurück.

Der Belastungszeuge berichtete von Zusammenkünften, in deren Verlauf die Notwendigkeit diskutiert worden sei, Konten amerikanischer Kunden von den Cayman-Inseln oder den Bahamas in die Schweiz zu transferieren. Diese hatten eine Vereinbarung mit den USA unterzeichnet, ihr Dasein als Steuerparadiese einzustellen.

Diese Änderung habe die UBS in Gefahr gebracht, da die Mehrheit ihrer amerikanischen Klienten ihr Vermögen nicht deklariert hätten, führte Liechti weiter aus.

«Ein Freund»

Für Projekte dieser Art hätten jedoch die Kollegen benachrichtigt werden müssen, erklärte er mit Verweis auf die Geschäftsleitung, der auch Weil angehört hatte. Der Zeuge beschrieb Weil als einen «Freund».

Der 53-jährige Liechti war 2008 von den Amerikanern in Haft genommen worden. Im Austausch gegen eine detaillierte Zeugenaussage gegen seinen ehemaligen Chef kam er jedoch auf freien Fuss.

Ein anderer Banker der UBS, Renzo Gadola, sagte am Mittwoch aus, dass weniger als 10 Prozent der amerikanischen Kunden der UBS ihr Vermögen versteuert hätten.

Der Prozess gegen Weil läuft seit dem 14. Oktober in Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida. Er wird voraussichtlich bis zur zweiten Novemberwoche dauern. Dem 54-jährigen Weil droht eine Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis. Die ehemalige Nummer 3 der UBS plädiert auf nicht schuldig.

SDA/wid

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