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Glencore-Aktionäre stimmen für Fusion mit Xstrata

Die Teilhaber des Rohstoffkonzerns Glencore haben der geplanten Fusion mit dem Minenkonzern Xstrata fast einstimmig zugestimmt. Am Nachmittag sind die Xstrata-Aktionäre am Zug.

Besserte das Angebot für die Xstrata-Aktionäre auf 3,05 Glencore-Aktien auf: Ivan Glasenberg trifft zur ausserordentlichen Generalversammlung in Zug ein. (20. November 2012)
Besserte das Angebot für die Xstrata-Aktionäre auf 3,05 Glencore-Aktien auf: Ivan Glasenberg trifft zur ausserordentlichen Generalversammlung in Zug ein. (20. November 2012)
Reuters

Glencore-Chef Ivan Glasenberg ist seinem Ziel einer Fusion mit Xstrata einen Schritt näher gekommen. Die Aktionäre der in Zug beheimateten Rohstoffhandelsfirma haben die Fusion mit dem Bergbaukonzern gutgeheissen. Der Milliardendeal muss am Nachmittag auch von den Xstrata-Aktionären genehmigt werden.

Kraft hinter den Fusionsplänen sind Glencore und der Chef des Konzerns, Ivan Glasenberg. Glencore Xstrata plc, wie der neue Konzern heissen soll, wäre einer der grössten Rohstoff- und Bergbaukonzerne der Welt und würde die ganze Wertschöpfungskette von der Förderung bis zum Verkauf von Minenprodukten abdecken.

Angebot nachgebessert

Der Entscheid fiel heute Dienstag an einer ausserordentlichen Generalversammlung in Zug. Glencore bietet den Xstrata-Aktionären 3,05 eigene Aktien zum Tausch an. Der Rohstoffkonzern hatte im September ein anfängliches Angebot wegen unzufriedener Xstrata-Aktionäre von 2,8 Aktien aufbessern müssen.

Das Geschäft ist je nach Börsenwert über 30 Milliarden Dollar schwer. Am Nachmittag stimmen die Xstrata-Aktionäre ebenfalls in Zug über die Fusion ab. Nachdem das Golfemirat Katar, mit einem 12-Prozent-Anteil ein wichtiger Aktionär, im Vorfeld Bedenken über den Zusammenschluss aufgegeben hat, gilt eine Zustimmung als wahrscheinlich.

Umstrittenes Boni-Programm

Bei der Abstimmung der Xstrata-Aktionäre über die Fusion mit Glencore geht es auch um ein Bonus-Programm. Die Halteprämien für etwa 70 Manager des britisch-schweizerischen Bergbaukonzerns von 144 Millionen Pfund (216 Millionen Franken) sind umstritten. Der Xstrata-Verwaltungsrat unter Sir John Bond will mit diesen Summen verhindern, dass eine grössere Zahl an Führungskräften nach der Fusion geht. Hintergrund dieser Befürchtung ist, dass der bisherige Glencore-Chef Ivan Glasenberg der starke Mann im fusionierten Rohstoff-Bergbau-Konzern sein wird.

Xstrata-Chef Mick Davis soll den Chefposten nur während sechs Monaten bekleiden. Die Vergütungspläne haben allerdings die Kritik einiger grosser Aktionäre wie dem Londoner Lebensversicherer Standard Life hervorgerufen. Der britische Finanzkonzern will dagegen stimmen.

Komplizierter Abstimmungsreigen

Xstrata-Aktionär Katar will sich aus Rücksicht auf die «Sensibilitäten» in Grossbritannien der Stimme enthalten. In Zug stimmen die Aktionäre indessen drei mal ab. Erst geht es um die Fusion mit dem Bonusprogramm, wo drei Viertel zustimmen müssen. Eine Fusion ohne Halteprämien, die zweite Resolution, braucht ebenfalls 75 Prozent der Stimmen.

Dann folgt die dritte Abstimmung, in der es nur um die Boni geht. Darin müssen die Aktionäre noch einmal entscheiden, ob sie für oder gegen die Boni sind. Dabei braucht es dann nur noch eine Zustimmung von über 50 Prozent.

Für die Fusion mit Vergütungsprogramm braucht es somit die Zustimmung zu den Traktanden Eins und Drei. Eine Besonderheit der Generalversammlung ist, dass Xstrata-Grossaktionär Glencore, mit 34 Prozent am Minenkonzern beteiligt, nicht abstimmen darf. Deswegen und weil Katar sich der Stimme enthält, reichen 27 Prozent der Stimmen aus, um den Vergütungsplan zum Scheitern zu bringen.

SDA/rub

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