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Gewinne an der Börse geschmolzen

Die vom Rettungsplan der US-Regierung für die beiden grössten Hypothekenbanken des Landes ausgelöste Rally an der Schweizer Börse hat ein abruptes Ende gefunden.

Neue Hiobsbotschaften über die US-Investmentbank Lehman Brother liessen die Gewinne in den letzten Handelsminuten dahinschmelzen und der Markt schloss nur noch leicht über dem Vortagesniveau.

Der SMI beendete den Tag um 0,17 Prozent höher mit 7189,45 Punkten. Im frühen Handel hatten Anschlusskäufe den Bluechip-Index noch bis auf 7302,55 Zähler hoch getrieben. Der breite SPI schloss mit 6017,74 Punkten praktisch unverändert.

Finanztitel geben Gewinne preis

Bei Lehman kochten neue Liquiditätssorgen hoch und schickten die Aktien um bis zu 40 Prozent in die Tiefe. Analysten führten den Einbruch auf zunehmende Ängste zurück, dass der Bank die dringend benötigte Kapitalspritze versagt bleiben könnte.

Zuvor hatte es einen Bericht gegeben, wonach Gespräche Lehmans mit der staatlichen Korea Development Bank beendet seien. Die anfangs noch gesuchten Aktien der beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse gaben ihre Kursgewinne wieder preis.

UBS schlossen leicht tiefer, während Credit Suisse noch ein Prozent höher schlossen. Beide Titel waren am Vortag über acht Prozent gestiegen, ausgelöst durch die Verstaatlichung der US- Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddi Mac.

Auch die Versicherungswerte konnten ihre Höchststände nicht behaupten. Swiss Re verteuerten sich 0,6 Prozent und Zurich rückten 0,4 Prozent vor. Beide Gesellschaften halten Milliarden in Anleihen der beiden US-Hypothekenfinanzierer und profitieren damit direkt davon, dass diese Papiere nun den Charakter von Staatsanleihen haben.

Einbruch bei Syngenta

Die Syngenta-Aktien sackten 7,4 Prozent auf 251,75 Franken ab. Der Konzern erwartet 2009 nach den Worten von CEO Mack ein weniger stürmisches Wachstum als dieses Jahr. Längerfristig werde der Getreidebedarf wegen der stetig wachsenden Weltbevölkerung und ihres grösseren Fleischappetits sowie der Nachfrage nach Pflanzentreibstoffen aber weiter steigen.

Auch die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB gehörte mit 4,1 Prozent Abschlag zu den Verlierern bei den Standardwerten.

Als Stütze erwiesen sich die defensiven Schwergewichte. Die Novartis-Aktien gewannen ein Prozent. Nestle rückten 2,1 Prozent vor. Ciba gewannen sechs Prozent. Im Aktionariat des Spezialchemieherstellers sind Forderungen nach einem Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrates laut geworden.

Von den Aktien kleineren Firmen, die Zahlen vorgelegt hatten, fiel keine durch nennenswerte Kursbewegungen auf. «Wir sehen kaum Interesse, die Anleger gleiten aus dem Markt und bauen Cash-Positionen auf», sagte ein Händler. Die Tamedia-Titel sanken 0,8 Prozent und Gurit fielen 1,9 Prozent. Die Aktie von Arpida legte sieben Prozent zu.

Jelmoli büssten 1,4 Prozent ein. Im zweiten Anlauf scheint es mit der Aufspaltung des Konzerns in eine Immobilien- und eine Beteiligungsgesellschaft zu klappen.

SDA/vin

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