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Fussball-Heuschrecken

Weltwirtschaft ist rund: Philipp Löpfe über Staatsfonds in Fussballclubs.

Der englische Fussballclub Manchester City wechselt den Besitzer. Rund 400 Millionen Franken zahlt die Abu Dhabi United Group an den bisherigen Eigentümer Thaksin Shinwatra, dem in Schwierigkeiten geratenen Ex-Premierminister von Thailand. Auch der FC Liverpool steht vor einem Machtwechsel. Die amerikanischen Geschäftsmänner, die derzeit das Sagen haben, sind wegen der Kreditklemme in Liquiditätsnöte geraten und wollen verkaufen. Als wahrscheinlichster Käufer gilt die Dubai Investment Corporation.

Der Zustand der Weltwirtschaft widerspiegelt sich immer mehr in den Eigentumsverhältnissen der britischen Fussballclubs. Bei Manchester City und Liverpool ist dies gleich doppelt der Fall, denn bei der Abu Dhabi United Group und bei der Dubai Investment Coporation handelt es sich um Staatsfonds, die mit Erdöl unermesslich reich geworden sind.

Dass ein Teil des mit Rohstoffen verdienten Geldes in Fussballclubs wandert, ist nicht neu. Der russische Öltycoon Roman Abramovich hat mit dem Kauf des FC Chelseas einen Trend angefangen. Inzwischen hat sich der usbekische Milliardär Alisher Usmanov bei Arsenal eingekauft und der indische Stahlbaron Lakshmi Mittal bei den Queens Park Rangers. In Deutschland sponsort derweil der russische Energiekonzern Gasprom den Kohlepottclub Schalke 04.

Neu ist, dass Staatsfonds beginnen, das Fussballgeschäft aufzumischen. Bisher war dieses Privileg exzentrischen Milliardären und Hedgefunds oder Private Equity-Gesellschaften vorbehalten gewesen. Die Staatsfonds hingegen haben sich darauf beschränkt, in Not geratenen Unternehmen unter die Arme zu greifen, Banken beispielsweise.

Hierzulande hat bisher nur UBS davon profitiert, dass ein Staatsfonds aus Singapore als Investor aufgetaucht ist. Sollten hingegen staatliche Heuschrecken Geschmack am Fussballbusiness finden und sich in der Schweiz umschauen, eröffnen sich für viele ganz neue Perspektiven. Nicht auszudenken was passiert, wenn die Abud Dhabi United Group & Co. den FC Aarau, den FC Luzern oder die AC Bellinzona entdecken.

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