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Frau am Herd wird vom TV-Bildschirm verbannt

Die EU will in der Werbung die Schraube anziehen: Klischeebehaftete und sexistische Reklame soll künftig verboten werden, um Diskriminierung zu unterbinden.

Das umstrittene Plakat «it's string time» des Unterwäscheherstellers Sloggi musste 2003 auf Geheiss der Zürcher Stadtpolizei entfernt und abgeändert werden.
Das umstrittene Plakat «it's string time» des Unterwäscheherstellers Sloggi musste 2003 auf Geheiss der Zürcher Stadtpolizei entfernt und abgeändert werden.
Keystone
Die Antwort auf die Sloggi-Kampagne: Ein Plakat mit «Durchschnittsfrauen» mit Rückgrat und Hinterteil.
Die Antwort auf die Sloggi-Kampagne: Ein Plakat mit «Durchschnittsfrauen» mit Rückgrat und Hinterteil.
Keystone
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Kochende Hausfrauen in Schürze, junge Mütter, die ihre Wäsche aufhängen: Diese bekannten Stereotypen von Frauen in der TV-Werbung könnten schon bald der Vergangenheit angehören. So will das Europa-Parlament künftig ethisch und rechtlich verbindliche Regeln für TV-Spots aufstellen. Diese sollen diskriminierende oder entwürdigende Werbebotschaften unterbinden, welche auf Geschlechterklischees basieren oder Gewalt verherrlichen.

Die EU-Abgeordneten stimmten gestern einem entsprechenden Vorstoss mit grosser Mehrheit zu. Zugleich wünscht das Parlament Aufklärungsaktionen und Bildungsprogramme, um gegen sexistische Beleidigungen und entwürdigende Bilder von Frauen und Männern in der Werbung und im Marketing vorzugehen. Stereotype Bilder oder Botschaften, die die menschliche Würde verletzen, sollen dem rechtlich nicht bindenden Beschluss zufolge auch aus Lehrbüchern, Videos, Computerspielen und dem Internet verbannt werden.

Die Werbewirtschaft gerät aufgrund der wachsenden Flut von Verboten immer mehr in Bedrängnis. Erst vor Kurzem hatte das EU-Parlament verfügt, dass Autokampagnen künftig 20 Prozent der Werbefläche für Warnhinweise zum CO2-Ausstoss nutzen müssen. Auch in der Schweiz gibt es einen Trend zu mehr Werbeverboten. Allerdings wird die Werbung immer noch von der Branche selbst in Form von Selbstkontrolle geregelt. «Wir brauchen keine EU, um eigene Regeln zu erlassen», erklärt Piero Schäfer, Sprecher des Dachverbands Schweizer Werbung auf Anfrage von Redaktion Tamedia. Initiativen, welche ein Verbot sexistischer Werbung vorsehen, sind bislang sowohl auf Bundes- als auch Kantonsebene gescheitert.

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