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Französische Bank verspekuliert 600 Millionen

Die Sparkasse Caisse d'Epargne hat beim Handel mit Aktienderivaten grosse Verluste eingefahren. Offenbar überschritten Mitarbeiter eigenmächtig Handelslimits.

Der Verlust von rund 600 Millionen Euro habe sich während des Börsenabsturzes Anfang des Monats ereignet, teilte die Dachgesellschaft der französischen Sparkasse Caisse d'Epargne (CNCE) heute mit. Es habe sich um ein eigenes Geschäft des Instituts gehandelt, für die Kunden habe der Verlust keine Folgen.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy bezeichnete den 600-Millionen Euro-Verlust der Caisse d'Epargne als «nicht akzeptabel» und forderte Sanktionen. «Die Verantwortlichen für diesen Verlust sollten auch die Folgen tragen», sagte Sarkozy in Québec nach Angaben des französischen Radio.

Erinnerungen an Jérôme Kerviel

Nach Angaben aus Unternehmenskreisen ist das Milliardendebakel auf fehlbares Verhalten von Händlern zurückzuführen. Ein Topmanager werde wegen des Vorfalls gehen müssen. Ein halbes dutzend weitere Mitarbeiter aus der betroffenen Abteilung hätten Disziplinarstrafen erhalten. Gemäss den Angaben beachteten sie bei dem Geschäft die vorgeschriebenen Handelsobergrenzen nicht, obwohl sie ausdrücklich auf die gefährlichen Marktsituation hingewiesen wurden.

Der Fall erinnert damit an den Händler Jérôme Kerviel, der bei der französischen Grossbank Société Générale einen Spekulationsverlust in Milliardenhöhe verursachte, indem er interne Kontrollen umging.

Untersuchung eingeleitet

Das französische Wirtschaftsministerium schaltete umgehend die Bankenaufsicht ein, die den Vorfall untersuchen soll. Die Dachgesellschaft CNCE erklärte, mit einem Eigenkapital von «über 20 Milliarden Euro» und ihrer «starken Liquidität» stünden die Sparkassen zu gut da, als dass der Verlust sie ins Wanken bringen könne. Auch das Wirtschaftsministerium erklärte, die Solidität der Caisse d'Epargne stehe nicht in Frage.

Frankreichs Sparkassen mit 27 Millionen Kunden hatten vergangene Woche einen Zusammenschluss mit der Genossenschaftsbank Banque Populaire angekündigt. Durch die geplante Fusion würde die zweitgrösste französische Bankengruppe mit Einlagen von 480 Milliarden Euro, 8200 Filialen und knapp 100'000 Mitarbeitern entstehen, wie es in der Erklärung hiess.

SDA/vin

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