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Flims schlägt Alarm wegen Konkurs von Luxushotel

Das Waldhaus in Flims hat die Bilanz deponiert. Das Luxushotel sei «systemrelevant», heisst es nun bei der Gemeinde.

Soll für zusätzliche Märkte attraktiv gemacht werden: Das Parkhotel Waldhaus in Flims.
Soll für zusätzliche Märkte attraktiv gemacht werden: Das Parkhotel Waldhaus in Flims.
Keystone
Hat einen neuen Besitzer: Das Parkhotel Waldhaus in Flims, aufgenommen am Montag, 23. August 2004.
Hat einen neuen Besitzer: Das Parkhotel Waldhaus in Flims, aufgenommen am Montag, 23. August 2004.
Keystone
Anlässlich der Herbstsession 2006 wurde die Tennishalle des Parkhotel Waldhaus zu einem Parlament umfunktioniert.
Anlässlich der Herbstsession 2006 wurde die Tennishalle des Parkhotel Waldhaus zu einem Parlament umfunktioniert.
Keystone
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Das Flimser Fünf-Sterne-Hotel «Waldhaus» hat am Dienstagmorgen die Bilanz deponiert. Das Hotel, in dem 2006 die Auswärtsession der eidgenössischen Räte stattfand, geriet wegen eines zusätzlichen Abschreibers in die Überschuldung. Eine Auffanggesellschaft führt den Betrieb weiter.

Die Bekanntgabe des Konkurses wirft nun hohe Wellen. Der Gemeindevorstand von Flims meldete sich zu Wort und teilte mit, er sei in Sorge um den ganzen Tourismusort. Die Gemeinde wolle im Rahmen ihrer Möglichkeiten Unterstützung anbieten.

Die Gemeindevorstand spricht dem «Waldhaus» Systemrelevanz für die Destination Flims zu. Der Vorstand schrieb, das Hotel habe mit seiner «systemrelevanten Infrastruktur» grosse Bedeutung für den Kongresstourismus.

Abschreiber von 30 Millionen war zu viel

Das Hotel, in dem 2006 die Auswärtsession der eidgenössischen Räte stattfand, geriet wegen eines zusätzlichen Abschreibers in die Überschuldung. Eine Auffanggesellschaft führt den Betrieb weiter.

Verluste im Hotelbetrieb konnten im «Waldhaus» bislang durch Gewinne aus Zweitwohnungsverkäufen aufgefangen werden. Dieses Geschäftsmodell funktioniert jedoch spätestens seit Annahme der Zweitwohnungsinitiative nicht mehr.

Eine Neubewertung der gesamten Anlage im Februar ergab nun einen zusätzlichen Abschreibungsbedarf von 30 Millionen Franken, was zur Überschuldung führte, wie die Waldhaus Flims Mountain Resort AG am Dienstag mitteilte. Folglich musste die Gesellschaft von Gesetzes wegen Konkurs anmelden.

Trotzdem geht der Hotelbetrieb weiter. Das «Waldhaus» mit seinen total 150 Zimmern eröffnet am 22. Mai nach Plan die Sommersaison. Die Fortführung des Betriebs wurde möglich dank der Auffanggesellschaft WF Hotelmanagement GmbH.

Die Auffanggesellschaft mietete den Hotelbetrieb vom Konkursamt und verfügt eigenen Angaben zufolge über «eine ausreichende Liquidität». Der Vertrag mit dem Konkursamt wurde am Dienstagmorgen unterzeichnet und dauert vorerst bis Ende März 2016.

Mit Ausnahme von maximal sieben Personen könnten alle 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Arbeitsplätze behalten, hiess es. Die Löhne seien bis Ende März ausbezahlt.

Aktienkapital weg

Allerdings verlieren über 900 Aktionäre ihr investiertes Geld, darunter zwei Familien, welche zusammen die Aktienmehrheit besitzen, sowie viele Kleinaktionäre. Neun Millionen Franken beträgt das Aktienkapital insgesamt. Ein Ziel der Auffanggesellschaft ist es, die Luxus-Herberge mitsamt der Mitarbeiter-Crew einem neuen Eigentümer zu übergeben.

Ein Investor ist zwar noch nicht gefunden. Die Chance, einen zu finden, sei aber gross, sagte Gion Fravi, Verwaltungsratspräsident der Waldhaus Flims Mountain Resort, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Laut Fravi erwirtschaftete das Hotel über die Ostertage doppelt soviel Umsatz wie im letzten Jahr. Und bei den Logiernächten habe das Haus gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent zugelegt.

«Attraktiver Preis»

Für einen neuen Eigentümer werde der Kauf dieser Anlage sehr attraktiv, schrieb die Noch-Besitzerin. Tatsächlich verfügt das einzige Fünf-Sterne-Haus in Flims mit 200'000 Quadratmetern über einen der grössten Hotelparks der Schweiz.

Die Vorzüge der Anlage mit viel Grün hatten auch die Bundesbehörden entdeckt. Im Herbst 2006 war das Flimser «Waldhaus» Austragungsort der dritten Auswärtssession der eidgenössischen Räte nach Genf (1993) und Lugano (2001).

Wieviel Geld ein Investor für den Kauf des 1877 eröffneten Hotels «Waldhaus» in Flims auf den Tisch legen muss, wollte Verwaltungsratspräsident Fravi nicht verraten. Er sprach lediglich von einem «attraktiven Preis».

SDA

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