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Fiat übernimmt Mehrheit an Chrysler

Die US-Regierung verkauft dem italienischen Autohersteller ein Aktienpaket über 500 Millionen US-Dollar. Für den US-Steuerzahler bleibt die Rettungsaktion von Chrysler damit ein Verlustgeschäft.

Der italienische Automobilkonzern teilte gestern Abend mit, er werde für 500 Millionen Dollar (338 Millionen Euro) sechs Prozent des Aktienpakets vom US-Finanzministerium kaufen. Beobachter gehen davon aus, dass US-Präsident Barack Obama den Verkauf beim heutigen Besuch eines Chrysler-Werks in Toledo bekannt geben wird.

Mit dem Kauf der Aktien erhält Fiat eine Mehrheit von 52 Prozent an Chrysler. Die Italiener waren nach der Insolvenz des US-Automobilkonzerns vor zwei Jahren bei Chrysler eingestiegen. Weitere 75 Millionen Dollar will Fiat für das Recht bezahlen, Aktien von einem Pensionsfonds für ehemalige Mitarbeiter der Automobilindustrie erwerben zu dürfen. 60 Millionen Dollar gehen an die US-Regierung, 15 Millionen Dollar fliessen nach Kanada.

In der Finanzkrise vom Staat gerettet

Fiat hatte Ende Mai angekündigt, eine Option zum Kauf der Staatsbeteiligung auszuüben und damit nach der Mehrheit an Chrysler zu greifen. Chrysler war einst von der Regierung mit Staatshilfen gerettet worden, nachdem ein Absatzeinbruch im Zuge der Weltwirtschaftskrise die US-Autoindustrie an den Rand des Abgrunds brachte.

Für den US-Steuerzahler ist die Rettungsaktion ein Verlustgeschäft. Die Regierung investierte 12,5 Milliarden Dollar in Chrysler – und bekommt lediglich rund 11,2 Milliarden Dollar zurück. Fiat war in der Wirtschaftskrise ebenfalls als Retter eingesprungen und hatte zudem mit den USA vereinbart, nach und nach die Mehrheit an Chrysler zu übernehmen. Fiat erwägt zudem, Chrysler wieder an die Börse zu bringen.

dapd/jak

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