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Erneut Absturz an der Wallstreet

Auch nach der Übernahme des Versicherers AIG durch die US-Regierung herrscht am New Yorker Aktienmarkt die nackte Angst. Der Dow Jones ist um 450 Punkte abgesackt.

Dow-Jones-Index stürzt um rund 450 Punkte ab.
Dow-Jones-Index stürzt um rund 450 Punkte ab.

Der Dow-Jones-Index ist nach vorläufigen Berechnungen um 449,36 Punkte oder 4,06 Prozent abgestürzt. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 109,05 Punkte oder 4,94 Prozent.

Bereits gestern war angesichts der nicht enden wollenden Turbulenzen an den US-Finanzmärkten der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte um 504 Punkte eingebrochen. Dies war der höchste Punkte-Verlust seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Damit hat der Dow-Jones-Index seit seinem Rekordstand vom 9. Oktober 2007 über 25 Prozent verloren.

Zu den grössten Verlierern gehörten die beiden noch verbliebenen US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley, deren Kurse um 14 beziehungsweise 24 Prozent nachgaben. «Die Leute haben Angst vor dem Unbekannten und sie wissen nicht, was in den Büchern dieser Gesellschaften steht», sagte der Börsenhändler Joe Saluzzi von Themis Trading. «Die erste Reaktion in derartigen Situationen ist: verkaufen.» Der rasante Goldpreisanstieg zeige, wie verunsichert die Anleger seien. «Heute ist mehr Furcht vorhanden als am Montag oder Dienstag.»

Starker Anstieg des Goldpreises

Dem Goldpreis hatten die Finanzmarktkrise und die Ängste an der Wall Street den höchsten Anstieg in der Geschichte beschert. Goldkontrakte für Dezember stiegen im nachbörslichen Handel in New York um 90,40 Dollar oder 11,6 Prozent auf 870,90 Dollar je Feinunze. Bereits in der regulären Sitzung hatte der Goldpreis 70 Dollar auf 850,50 Dollar zugelegt.

Der bisherige Tagesrekord wurde am 29. Januar 1980 mit 64 Dollar aufgestellt. Viele Anleger flüchten in Krisenzeiten am Finanzmarkt in Gold, Silber und andere Rohstoffe als sicheren Hafen für ihre Vermögen.

Nervosität auch an der Schweizer Börse

Die US-Finanzkrise hält die Schweizer Börse in Atem. Händler berichten von weiteren möglichen Problemfällen, die angesichts der hohen Nervosität zu Abgaben auf breiter Front führten. Zudem sorgten Anspannungen im Geldmarkt zusätzlich für Verunsicherung. Die Zuversicht ausgelöst durch die Rettung des US-Versicherers AIG ist schnell wieder verpufft.

Der SMI notierte zum Schluss um 1,17 Prozent tiefer auf 6654,33 Punkten. In der anfänglichen Euphorie war der SMI zunächst bis 6859 gestiegen.

UBS-Aktie fährt Achterbahn

Dass die Marktteilnehmer weiterhin sehr nervös sind, zeigt sich am Kursverlauf der UBS-Aktie. Nach einem Kursprung von 13 Prozent zum Start ging es auf eine Achterbahnfahrt. Zum Marktschluss lag die Aktie 5,7 Prozent im Minus. Am Vortag hatten UBS knapp ein Viertel verloren.

Auch die Credit Suisse-Scheine verloren 2,7 Prozent. Händler erklärten den volatilen Kursverlauf von UBS vor allem mit den Neuigkeiten um die angeschlagene britische Hypothekenbank HBOS, deren Kurs aufgrund von negativen Gerüchten um bis zu 40 Prozent eingebrochen war. Meldungen, dass HBOS in Fusionsgesprächen mit der Lloyds Bank sei, führten dann vorübergehend zu einer Erholung, der wieder tiefere Kurse folgten.

Morgan Stanley unter Druck

Auch der Kursverlauf der Aktien der US-Investmentbank Morgan Stanley trug kaum zur Beruhigung bei. Obwohl die Bank ein sehr gutes Ergebnis vorgelegt hatte, sackte die Aktie um gegen 35 Prozent ab. Und AIG büssten trotz der Rettung durch den Staat weitere 50 Prozent ein.

Dagegen konnten die Aktien von Swiss Re, die ebenfalls stark unter der Finanzkrise litten, sowie die von Zurich Gewinne von 1,8 bis 2,9 Prozent verbuchen.

ap/sda/bru

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