Zum Hauptinhalt springen

Ein neuer Boom für deutsche Autos

Die deutschen Autohersteller legen zu: Nach VW haben auch BMW und Mercedes im September zweistellige Zuwachszahlen erreicht – und mehr Autos verkauft als vor der Krise ab September 2007.

Wieder erfolgreich: Der Firmensitz und das Stammwerk von BMW in München.
Wieder erfolgreich: Der Firmensitz und das Stammwerk von BMW in München.
Keystone

Vor allem in China und den USA legte der Absatz kräftig zu. BMW und Mercedes erklärten am Freitag, die Erholung laufe besser als erwartet, und kündigten ein zweistelliges Plus auch im Schlussquartal an. Der BMW-Konzern hat im September rund 143.000 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce verkauft – das waren 16,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Vertriebschef Ian Robertson sagte in München: «Wir sind zuversichtlich, im Gesamtjahr 2010 über 1,4 Millionen Fahrzeuge auszuliefern und damit die klare Nummer eins der Premiumhersteller zu bleiben.»

Die Marke Mercedes-Benz erzielte im September den höchsten Absatz ihrer Unternehmensgeschichte mit einem Zuwachs um 13 Prozent auf 118.600 verkaufte Autos. Der bislang schwächelnde Smart übertraf mit 10.100 Auslieferungen erstmals in diesem Jahr die Absatzzahl des Vorjahresmonats.

BMW wie Mercedes konnten vor allem bei den grösseren und teureren Modellen zulegen. Damit müsste der Umsatz deutlich zulegen, und auch das Ergebnis dürfte gut sein, sagte Analyst Frank Biller von der Landesbank Baden-Württemberg der Nachrichtenagentur dapd. Das dritte Quartal sei bärenstark gelaufen, und es zeichne sich auch ein recht gutes viertes Quartal ab.

Der Absatzmarkt der Zukunft

In China konnten beide Hersteller ihren Absatz fast verdoppeln. BMW verkaufte im September rund 15'400, Mercedes 13'500 Fahrzeuge. Mercedes-Vertriebschef Joachim Schmidt sagte: «Unser ursprüngliches Absatzziel von über 100'000 Pkw in diesem Jahr haben wir bereits im September erreicht und dank der hohen Nachfrage auf über 120'000 Einheiten erhöht.» Auch im USA-Geschäft lief es für beide Hersteller glänzend: De Münchner steigerten ihren Absatz um 20,5 Prozent auf 23'100 Autos, die Stuttgarter legten um 17 Prozent auf 19'900 Autos zu.

In Deutschland dagegen, für beide Hersteller immer noch der grösste Markt, war die Entwicklung gegenläufig: Hier büsste der Premium-Marktführer Mercedes fünf Prozent ein und verkaufte nur noch 27'300 Fahrzeuge. BMW dagegen legte auch im Heimatmarkt um 16,6 Prozent zu und verkaufte 21'400 Autos.

BMW: Grosse Modelle erfolgreich

Auch in den ersten neun Monaten insgesamt haben BMW und Mercedes fast schon wieder das Niveau vor der Krise erreicht. Der BMW-Absatz stieg seit Januar um 13 Prozent auf 1,062 Millionen Fahrzeuge und lag damit «über unseren Erwartungen», wie Vertriebschef Robertson sagte. Die Marke BMW legte im September um gut 20 Prozent zu und verkaufte 117'500 Autos.

Wachstumstreiber waren die grossen Modellreihen, vor allem die 5er-Limousine. Mini legte um knapp 2 Prozent zu und erreichte mit 25.200 Auslieferungen sein bestes September-Ergebnis überhaupt. Dazu habe auch der erst Mitte September gestartete viertürige Kombi Countryman beigetragen. Mit neuen Modellen wie dem Geländewagen X3, der im November in Europa auf den Markt kommt, rechnet Robertson auch im vierten Quartal «mit soliden Zuwächsen im zweistelligen Prozentbereich».

Lukrative Zeiten für Mercedes

Sein Mercedes-Kollege Schmidt sagte: «Im September entwickelte sich unser Absatz besser als erwartet. Die Auslieferungen lagen über dem Rekordwert vom September 2007 und damit über dem Niveau vor Beginn der Wirtschaftskrise.» Im Gesamtjahr erwarte er «ein Wachstum von über zehn Prozent».

Seit Januar hat Mercedes 854'000 Autos verkauft; das sind 16 Prozent mehr als in den ersten neun Monaten des Vorjahres. Im letzten Quartal sollen das im September auf den Markt gekommene Coupe CL, die Grossraumlimousine R-Klasse sowie neue Motoren für Rückenwind sorgen.

dapd/raa

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch