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Dreamliner-Fiasko: Die Suche nach den Schuldigen

Seit Tagen bleiben die Dreamliner der Firma Boeing am Boden. Die Verantwortlichen für die Pannenserie werden im Vorstand gesucht.

Hier war die Welt noch in Ordnung: Passagiere posieren vor dem allerersten Flug des Dreamliners in Tokyo.
Hier war die Welt noch in Ordnung: Passagiere posieren vor dem allerersten Flug des Dreamliners in Tokyo.
AFP
Die ersten dunklen Wolken am Himmel: Während einer Luftshow für den Dreamliner von Qatar Airways bricht im Maschinenraum ein Feuer aus.
Die ersten dunklen Wolken am Himmel: Während einer Luftshow für den Dreamliner von Qatar Airways bricht im Maschinenraum ein Feuer aus.
AFP
Nun geht die Suche nach dem Schuldigen los: Ein Ermittler zeigt den Medien eine verbrannte Batterie des Vorfalls.
Nun geht die Suche nach dem Schuldigen los: Ein Ermittler zeigt den Medien eine verbrannte Batterie des Vorfalls.
AFP
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Boeings Vorstandschef Jim McNerney gilt als grösster Sündenbock der Störfallserie des Dreamliners, wie das «Wall Street Journal» berichtet. McNerney, der seit 2005 auch Aufsichtsratsvorsitzender ist, meidet seit dem letzten Batteriebrand einer Boeing 787 die Öffentlichkeit. Die Forderung einiger Regierungsvertreter, er solle sich öffentlich äussern, blieb bisher unerfüllt. Stattdessen schiebt McNerney sein Management vor.

Bereits im September gab der Vorstandschef allerdings zu, dass bei der Ausgliederung der Produktion zu weit gegangen wurde. Um Kosten einzusparen, wurden die Anfertigung und die Konstruktion der Boeing 787 an ein grosses Netzwerk von Zulieferern weltweit verteilt. Unklar ist dennoch, ob dies der Auslöser für die Pannen am Dreamliner war. Während die amerikanischen und japanischen Behörden noch prüfen, ob die Brände der Lithium-Ionen-Batterien durch eine Fehlfunktion ausgelöst wurden, bleiben die 50 Dreamliner vorerst am Boden.

«Die 787 wird wieder einmal das Fliegen verändern»

Nicht nur Jim McNerney wird als Verantwortlicher für das Fiasko angesehen. Auch der ehemalige Vizepräsident von Boeing, Alan Mulally, war entscheidend in die Entwicklung und Konzeption des Dreamliners involviert. Dieser nahm zwar 2006 den Vorstandssessel bei Ford ein, spricht sich jedoch immer noch für den Dreamliner aus: «Ich versichere Ihnen, dass die B-787 wieder einmal das Fliegen verändern wird», äusserte er sich in den vergangenen Wochen an der Detroit Motor Show. Der als «absoluter Optimist» geltende Mulally setzte alles daran, das Projekt des Dreamliners durchzusetzen.

Für Boeing ist die Pannenserie des Dreamliners ein finanzielles Desaster. Nicht nur dem Ruf des Flugzeugkonzerns wird geschadet. Das ursprüngliche Kostenziel, fünf Milliarden US-Doller in die Entwicklung des Flugzeugs zu investieren, wurde mit konservativ geschätzten 14 Milliarden weit überstiegen. Zusätzlich musste Boeing viele Strafzahlungen für die um 3,5 Jahre verspätete Auslieferung des Flugzeugs tätigen.

lko

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