Zum Hauptinhalt springen

Dramatische Wende in der US-Krisenstrategie

Die scheidende US-Regierung wirft ihre Strategie zur Bewältigung der Finanzkrise über den Haufen. Und überlegt sich, auch Kreditkartengesellschaften, Autobanken und Studienfinanzierern finanziell unter die Arme zu greifen.

«Die Fakten haben sich geändert und die Lage ist schlechter geworden»: Finanzminister Henry Paulson.
«Die Fakten haben sich geändert und die Lage ist schlechter geworden»: Finanzminister Henry Paulson.
Keystone

Finanzminister Henry Paulson erklärte am Mittwoch: «Die Fakten haben sich geändert und die Lage ist schlechter geworden.» Deshalb habe die Regierung das ursprüngliche Herzstück ihres Hilfsprogramms aufgegeben, für zunächst 250 Milliarden Dollar Ramschhypotheken von den Banken zu übernehmen.

Stattdessen werde die Regierung diesen Betrag aus dem Rettungspaket von 700 Milliarden Dollar verwenden, um direkt Bankaktien zu kaufen, sagte Paulson. Das gehe schneller als die Übernahme der faulen Kredite und versorge Hunderte oder gar Tausende von Banken mit zusätzlichem Kapital. Die Regierung hoffe, dass sie sich das Kreditgeschäft damit normalisieren werde.

Ursprüngliche Pläne aufgegeben

Die Regierung habe die ursprünglichen Pläne aufgegeben, da es notwendig sei, sehr viel schneller flüssige Mittel in das System zu pumpen, da die Kreditklemme sich verschlechtere. Das zunächst geplante Ankaufsprogramm für faule Kredite habe sich als zu zeitaufwendig erwiesen, hiess es von Regierungsseite.

Paulson erklärte weiter, die Regierung prüfe die Möglichkeiten, auch dem 1 Billion Dollar umfassenden Wertpapiermarkt zu stürzen, aus dem Kreditkartenschulden, Studentendarlehen und Autokredite finanziert werden. Dieser für Geldverleih und Wachstums lebenswichtige Markt sei praktisch zum Stillstand gekommen, sagte Paulson. Es werde allerdings Wochen dauern, ein entsprechendes Programm auszuarbeiten.

Noch weiter gehende Veränderungen

Der US-Kongress denkt sogar über noch weiter gehende Veränderungen an dem Hilfsprogramm nach. Die demokratische Mehrheit ist dabei, eine ganze Serie von Anhörungen über Einzelthemen abzuhalten. Beobachter rechneten allerdings damit, dass Entscheidungen möglicherweise erst nach der Amtsübernahme durch Präsident Barack Obama am 20. Januar fallen.

Unterdessen ist die Arbeitslosigkeit in den USA so stark gestiegen wie seit den Terroranschlägen des 11. September 2001 nicht mehr. Das Arbeitsministerium teilte mit, Arbeitslosmeldungen hätten um 32'000 auf 516'000 zugenommen.

Ölpreise sinken

Zugleich liessen sinkende Ölpreise das Handelsdefizit unerwartet kräftig fallen. Es ging im September um 4,4 Prozent auf 56,5 Milliarden Dollar zurück, wie das Handelsministerium mitteilte. Das ist der geringste Wert seit Oktober 2007.

AP/sam

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch