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Dow Jones macht Vortagesverluste wett

Mit einem kräftigen Kursaufschwung hat die US-Börse den Einbruch vom Vortag fast wieder aufgeholt. Der Dow-Jones-Index bis Handelsende um 3,9 Prozent und schloss mit 11'019 Punkten.

Der Dow Jones hat um 400 Punkte zugelegt.
Der Dow Jones hat um 400 Punkte zugelegt.

Hoffnungen auf weitere staatliche Unterstützung zur Bewältigung der Finanzkrise haben an den Börsen in New York zu kräftigen Kurssprüngen geführt. Dow Jones und S&P 500 machten den grössten Tagesgewinn seit Oktober 2002.

US-Finanzminister Paulson erwägt Kreisen zufolge die Schaffung einer Behörde zur Abwicklung fauler Kredite. Auch die milliardenschweren Finanzspritzen mehrerer Zentralbanken sorgten für gute Stimmung.

Nichtsdestotrotz gab es auch skeptische Stimmen. Besonders Augenmerk legten die Investoren erneut auf den Finanzsektor, wo es Spekulationen über weitere Übernahmen gab.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schoss 3,9 Prozent nach oben auf 11'019 Punkte. Dabei bewegte er sich zwischen 10'609 und 11'076 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 4,3 Prozent auf 1206 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte sogar 4,8 Prozent auf 2199 Stellen zu.

Berg- und Talfahrt

Die Leitindizes in New York lagen nach einer Berg- und Talfahrt vor dem Aufkommen der Spekulationen um Paulson nahezu unverändert. Danach zogen sie kräftig an.

Dem Bericht zufolge erwägt die Regierung die Schaffung einer Behörde nach dem Vorbild der Resolution Trust Corporation (RTC). Diese hatte 1989 uneinbringliche Kredite abgewickelt. Das US-Finanzministerium lehnte eine Stellungnahme ab.

Zuvor hatten die wichtigsten Notenbanken weltweit in einer beispiellosen Aktion ihre Kräfte gebündelt, um den Geldmarkt vor einem Kollaps zu bewahren. Insgesamt 180 Milliarden Dollar stellten die US-Notenbank Fed, die Europäischen Zentralbank (EZB) oder die Schweizerische Nationalbank zur Verfügung.

Auslaufmodell Investmentbank?

Dennoch gab es Skeptiker. «Es ist fast so, als ob der Markt das Geschäftsmodell Investmentbank auslöschen will», erklärte eine Expertin von BNP Paribas. Branchenprimus Goldman Sachs verlor erneut 5,7 Prozent.

Die Papiere von Morgan Stanley, die zwischenzeitlich über 20 Prozent im Minus lagen, drehten dagegen kurz vor Handelsschluss ins Plus. Sie schlossen 3,7 Prozent fester. Morgan-Stanley-Chef John Mack hatte sich Kreisen zufolge optimistisch gezeigt, dass seine Bank alleine bestehen könne.

Gleichwohl prüfe er verschiedene Optionen. Anderen Informationen zufolge führt er Fusionsverhandlungen mit mehreren Banken und spricht mit dem chinesischen Staatsfonds CIC über eine Beteiligung an der zweitgrössten US-Investmentbank.

Auch sonst gab es Gerüchte über weitere Fusionen im Finanzsektor. Nach Angaben aus Kreisen befindet sich die US-Bank JPMorgan Chase in fortgeschrittenen Gesprächen über einen Kauf der angeschlagenen Sparkasse Washington Mutual.

Der Energieriese Exxon Mobil profitierte vom steigenden Ölpreis. Seine Papiere legten 3,3 Prozent zu. Zu den Gewinnern zählte auch der Tabakkonzern Altria. Die Papiere der Philip-Morris-Mutter gewannen 1,8 Prozent. Die Aktien des Getränkegiganten Coca-Cola legten um 1,4 Prozent zu.

Durchwachsene Daten

Über die US-Konjunktur gab es derweil durchwachsene Daten. Enttäuscht reagierten die Händler auf eine steigende Zahl von Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Überraschend positiv fielen dagegen Zahlen zur Geschäftstätigkeit in New York, New Jersey und Pennsylvania aus.

An den US-Kreditmärkten gaben die zehnjährigen Staatsanleihen um 34/32 auf 103-23/32 nach. Sie rentierten mit 3,553 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 50/32 auf 105-14/32 und hatten eine Rendite von 4,178 Prozent.

AP/bru

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