Zum Hauptinhalt springen

«Die Verjüngung durch die Zuwanderung hält nicht an»

Die SVP-Einwanderungsinitiative beschäftigt auch die Wirtschaft. Weniger Frühpensionierungen schlagen die Verbände vor. Ein gangbarer Weg? Und falls ja, was verändert sich? Dazu Arbeitsmarktökonom George Sheldon.

Herr Sheldon, Industrie- und Arbeitergeberverbände fordern einen Paradigmenwechsel bei den Frühpensionierungen, um sich auf einen Rückgang bei der Zuwanderung vorzubereiten und ihn aufzufangen. Braucht es das? Die Frühpensionierung als Ziel ist heute sowieso nicht mehr so ausgeprägt. Und die Bereitschaft, im Alter zu arbeiten, steigt mit zunehmendem Bildungsstand automatisch. Wenn das heutige Bildungswahlverhalten anhält, sind 60 Prozent der Schweizer und Schweizerinnen bis 2050 Hochschulabsolventen. Höhergebildete sind beruflich aktiver, das sieht man eindeutig in der Statistik. Dem Arbeitsmarkt kommt diese Entwicklung entgegen.

Sie sehen also keine Gefahr, dass aufgrund der Masseneinwanderungsinitiative junge, gut qualifizierte Arbeitskräfte fehlen werden? Einen Grund zur Panik gibt es nicht. Klar würden die Arbeitskräfte knapper werden, wenn die Zuwanderung eingeschränkt wird. Gleichzeitig ist die Zuwanderung immer nur eine vorübergehende Entlastung. In 40 Jahren wird die ausländische Bevölkerung altern. Obwohl heute 70 Prozent der Zugewanderten im Alter von 20 bis 35 sind.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.