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Die SBB-Präsidentin und ihr privater Parkplatz

Für Monika Ribar haben die SBB aus einem weissen Parkplatz in Rüschlikon ZH einen gelben Mieterparkplatz gemacht. Die SBB verteidigen das Privileg ihrer neuen Chefin.

Seit Mitte Juni an der Spitze der SBB: Monika Ribar. (Archiv)
Seit Mitte Juni an der Spitze der SBB: Monika Ribar. (Archiv)
Steffen Schmidt, Keystone

Monika Ribar kann ihr Auto auf einem Parkplatz beim Bahnhof Rüschlikon ZH stehen lassen. Dass die SBB-Präsidentin das gratis und franko darf und dass dieser zuvor ein öffentlicher Parkplatz gewesen ist, schreibt der «Blick». Die Zeitung moniert, dass zwar bei den SBB ein rigider Sparkurs gefahren werde, aber in der «Teppichetage» Privilegien nicht angetastet würden. Ein Anwohner erklärt der Zeitung: «Es geschah in einer Nacht-und-Nebel-Aktion. An einem Tag war der Parkplatz noch weiss, am nächsten war er gelb und mit ‹Mieter› gekennzeichnet.»

Auf Anfrage von Redaktion Tamedia bestätigt SBB-Sprecher Daniele Pallecchi den Spezialparkplatz für Ribar in ihrem Wohnort am Zürichsee. «Die Verwaltungsratspräsidentin hat Anrecht auf einen Parkplatz am Bahnhof ihrer Wahl oder an ihrem Arbeitsplatz.» Bei der Frau Ribar zugeteilten Fläche handle es sich um SBB-Boden. Pallecchi hält zudem fest, dass seine Chefin mit dem Zug von ihrem Wohnort nach Bern fahre. Die Ökonomin und Multi-Verwaltungsrätin ist seit Mitte Juni an der Spitze der SBB. Zudem sitzt die 57-jährige Ostschweizerin in den Verwaltungsräten von Sika und der Lufthansa.

Kritik von Links

Trotzdem kommt der Spezialparkplatz von Ribar nicht bei allen gut an. «Ich erwarte, dass die Konzernleitung mehr Sensibilität zeigt», sagt SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher dem «Blick». Man könne nicht Stellen abbauen, dem Personal den Lohn kürzen und gleichzeitig dem obersten Kader solche Privilegien gewähren. Auch Giorgio Tuti, Präsident der Personal-Gewerkschaft SEV, kritisiert diese Behandlung. Er müsse für seinen Parkplatz bei der Arbeit bezahlen. Dass die SBB-Spitze solche Vorteile geniesse, habe er nicht gewusst. «Bei Sparrunden sollten die Topmanager mit gutem Beispiel vorangehen.»

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