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Die Propheten der Krise

George Soros ist nicht nur der erfolgreichste Spekulant des 20. Jahrhunderts, spätestens mit der jetzigen Krise etablierte er sich auch als herausragender Analytiker der Wirtschaftszyklen. Schon 2006 ahnte er, dass die amerikanische Immobilienblase bald platzen werde, dann erwartete er eine Finanzkrise, wie sie seit der Grossen Depression nie mehr eingetreten war. Mit seinem Hedge-Fund setzte er ab Frühjahr 2007 auf fallende Aktienkurse und sinkende Hauspreise, womit er völlig richtig lag und fast 3 Milliarden Dollar verdiente.
Der Bogen sei überspannt, verkündete Walter Wittmann im Juni 2007. Damals veröffentlichte der Volkswirtschaftler und emeritierte Professor der Uni Freiburg ein Buch mit dem Titel "Der nächste Crash kommt bestimmt". Darin bemerkte er, dass sich die grösste Finanzblase der Geschichte aufgebaut habe - ihre Zutaten: gigantische Liquidität, zuviele Derivate, fiebriges Geschäft bei Übernahmen und Fusionen sowie bei Währungsspekulationen. Wenige Wochen später war es soweit: Die Aktienkurse sackten ab, die Hiobsbotschaften aus den Banken häuften sich.
Stephen Roach war seit 1991 Chefökonom der amerikanischen Grossbank Morgan Stanley, inzwischen ist er Chef des Asiengeschäfts, und in der Finanzwelt nennt man ihn auch den "ewigen Bären": Denn Roach streut seit Jahren Pessimismus. Im Herbst 2004 sagte er den USA ein "wirtschaftliches Armageddeon" voraus. Damals wurde er noch weitherum belächelt, weshalb es ihm auch nicht gelang, Morgan Stanley aus dem Schlamassel herauszuhalten.
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Wer es nicht kommen sah, war eigentlich selber schuld