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Deutsche Bank übernimmt Postbank

Die vom Schweizer Josef Ackermann geleitete Bank baut ihren Anteil an der deutschen Postbank aus. Es ist nicht ihr erster Einkauf in diesem Jahr.

Chef der Deutschen Bank: Josef Ackermann.
Chef der Deutschen Bank: Josef Ackermann.

Die Deutsche Bank hat eine milliardenschwere Kapitalerhöhung beschlossen, um sich für die Übernahme der Postbank und neue Finanzmarktregeln zu wappnen. Die Bank kündigte am Sonntag an, sich mindestens 9,8 Milliarden Euro frisches Kapital von Aktionären besorgen zu wollen.

Zugleich beschloss sie, die Übernahme für die Postbank unter Dach und Fach zu bringen, an der sie derzeit rund 30 Prozent hält. «Mit dieser Kapitalerhöhung wollen wir uns das notwendige Eigenkapital für eine geplante Konsolidierung der Postbank sichern», erklärte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.

Damit könne die Deutsche Bank ihre Position auf dem Heimatmarkt weiter ausbauen und eine führende Position im europäischen Privatkundengeschäft einnehmen. Zudem werde das Eigenkapital der Bank mit Blick auf regulatorische Änderungen und künftiges Wachstum gestärkt.

Mehr Kunden als jedes andere Institut

Die Deutsche Bank war bei der Postbank vor zwei Jahren eingestiegen und hatte ihre Beteiligung seitdem im Zuge der Finanzkrise nicht weiter erhöht. Die Postbank hat 14 Millionen Kunden in Deutschland, mehr als jedes andere Institut und ist deshalb für die Deutsche Bank von grosser strategischer Bedeutung.

Den kürzlichen Belastungstest der europäischen Banken-Aufseher hatte die Postbank nur knapp bestanden. In den so genannten Stresstests hatte sich die Bank bei der Simulation einer neuen Finanzkrise nur knapp über den geforderten Kapitalschwellen von sechs Prozent gehalten.

Rund 25 Euro pro Aktie

Die Postbank-Aktionäre sollen nach Angaben der Deutschen Bank ein Angebot in der Grössenordnung von 24 bis 25 Euro je Aktie erhalten. Das entspreche dem durchschnittlichen Aktienkurs in den vergangenen drei Monaten. Endgültig soll der Übernahmepreis je Aktie in etwa einer Woche feststehen.

Die Deutsche Bank war in den vergangenen Jahren schon häufiger auf Einkaufstour. Zu den grossen Übernahmen zählen unter anderem den Kauf der in Schieflage geratene Traditionsbank Sal. Oppenheim im Oktober 2009. Das damals 220 Jahre alte Bankhaus hat seinen Schwerpunkt im Geschäft mit vermögenden Privatkunden.

(SDA)

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