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Der Star-Investor traut dem Gold nicht mehr

George Soros gilt als Unternehmer, der vor instabilen Märkten warnt und gleichzeitig Profit daraus zieht. Nun hat er mit einem Schlag seine gesamten Goldreserven verkauft und für Verunsicherung gesorgt.

Hat eine Nase für gute Geschäfte: George Soros, hier während seiner Teilnahme am WEF im Januar 2010.
Hat eine Nase für gute Geschäfte: George Soros, hier während seiner Teilnahme am WEF im Januar 2010.
Keystone

George Soros gilt als Star unter den Investoren – als einer, der eine gute Nase für Geschäfte hat und dadurch ein Milliardenvermögen scheffelte. Vor allem sagt man dem amerikanischen Hedgefonds-Unternehmer nach, er habe ein Gespür für gefährliche Situationen. Dieses soll Soros, der als Sohn einer jüdischen Familie zur Welt kam, als Verfolgter der Nazi entwickelt haben. Und spätestens in den Nachkriegswirren, als er mit Schmuck und Devisen handelte, soll ihm auch die Bedeutung von Geld klar geworden sein.

Aus diesen Gründen müssten die Investoren dieser Welt nun aufhorchen: Denn Soros hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres fast seine gesamten Gold-Bestände verkauft. 800 Millionen Dollar hat er dafür gelöst, wie aus den Meldungen der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Gemäss der Nachrichtenagentur SDA hörten zumindest zwei seiner Kollegen – die US-Investoren Eric Mindich und Paul Touradji – auf seine Botschaft: Auch sie haben sich aus dem Geschäft mit dem Edelmetall zurückgezogen. Dies ist ebenfalls bei der SEC ersichtlich, denn in den USA sind Investoren dazu verpflichtet, ihre Transaktionen quartalsweise bei der Börsenaufsicht zu melden.

Soros spricht von einer «ultimativen Blase»

Völlig überraschend kommt der Schritt von Soros und anderen Investoren nicht. Gemäss der Nachrichtenagentur Reuters hat der 80-Jährige schon vor einigen Monaten die Preisentwicklung beim Gold als «ultimative Blase» bezeichnet. Offenbar stiess er seine Reserven bereits vor dem letzten Preisrutsch ab. Dies soll einer von mehreren Auslösern für den Kollaps des Kurses gewesen sein. Auch heute verlor das Edelmetall stark an Wert.

Nicht zum ersten Mal haben Soros' Worte und Aktionen ein dermassen starkes Gewicht an den Märkten. Er stand stets unter Verdacht, an der spekulativen Attacke auf den Euro beteiligt gewesen zu sein. Er war es auch, der 1992 mit massiven Verkäufen das britische Pfund aus Europas Währungssystem katapultiert haben soll und damit Milliarden von Dollar verdiente. Ein schlechtes Gewissen, sagte er damals, habe er deswegen nicht. Die Dinge hätten so oder so diesen Lauf genommen, gab er zu Protokoll. Vermutlich ist er auch dieses Mal dieser Überzeugung. Der bekannte Gold-Optimist und Hedgefonds-Manager John Paulson dagegen hält am Edelmetall fest.

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