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Der neue ABB-Chef heisst Ulrich Spiesshofer

Der Nachfolger von Joe Hogan steht fest: Ulrich Spiesshofer wird ABB ab September leiten. Damit hat der Elektrotechnikkonzern eine interne Lösung gewählt. Analysten zeigen sich erfreut.

Der Technologiekonzern ABB hat den neuen Konzernchef in den eigenen Reihen gefunden: Ulrich Spiesshofer, Chef einer der fünf Konzernsparten, rückt für Joe Hogan nach. Eine Überraschung ist diese Berufung nicht. Der Deutsche galt als Favorit für den Posten.

Analysten verweisen denn auch auf den Leistungsausweis von Spiesshofer. So hat er in seiner Zeit als Verantwortlicher der Division Industrieautomatisierung und Antriebe den Spartenumsatz verdoppelt. Zudem fiel der Kauf des US-Industriemotorenherstellers Baldor in seine Zeit als Divisionsverantwortlicher. Baldor war mit 4,2 Milliarden Dollar der grösste Zukauf, den ABB je tätigte. Spiesshofer war für die Integration verantwortlich und schloss diese 2011 ab. Sie verlief geräuschlos.

Gute «Leistungsbilanz»

Baldor sei «ein hervorragendes Beispiel für eine erfolgreiche Umsetzung einer grossen Akquisition», wird ABB-Verwaltungsratspräsident Hubertus von Grünberg in der Mitteilung zitiert. Spiesshofer sei auch eine treibende Kraft gewesen für die Entwicklung und Umsetzung der Konzernstrategie. Dass eine interne Nachfolge für Hogan gefunden werden konnte, freuen ihn besonders, so von Grünberg weiter.

Spiesshofer wird den Konzern ab 15. September führen. Bis dahin bleibt Joe Hogan an der Spitze und wird dem Konzern später noch einige Monate beratend als Senior Advisor of the Board zur Seite stehen.

Hogan hatte im Mai überraschend bekannt gegeben, nach rund viereinhalb Jahren als Konzernleiter zurückzutreten. Der 56-Jährige Amerikaner nannte private Gründe, die zum Entscheid führten. Über seine Zukunftspläne sprach er nicht. Ein paar Tage später gab auch Technologiechef Prith Banerjee bekannt, ABB zu verlassen. Zudem wechselte im vergangenen Oktober bereits der Finanzchef Michel Demaré zum Agrochemiekonzern Syngenta.

Analysten gehen von einer zufälligen Häufung von Abgängen aus Es seien wohl kaum firmenspezifische Ursachen im Spiel. Hogan zeigte sich von Anfang an bereit, ABB in der Übergangsphase zu unterstützen. Er hoffe, dass das «positive Momentum bei ABB» erhalten bleibe, sagte er bei seiner Rücktrittsankündigung. Anleger trauen dem neuen Konzernchef dies offenbar zu: Der Aktienkurs legte am Montagmorgen um mehr als 3 Prozent zu.

Neuer Kurs möglich

Einige Händler gehen sogar davon aus, dass Spiesshofer einen neuen Kurs bei ABB einschlagen könnte. Schon länger wird am Markt über eine Abspaltung des Strominfrastrukturgeschäfts spekuliert – die Kursentwicklung wird unter anderem von dieser möglichen Entwicklung beflügelt.

Ulrich Spiesshofer ist seit 2005 bei ABB, zuerst als Verantwortlicher für die Unternehmensentwicklung (Corporate Development), seit 2010 stand er der Sparte Industrieautomatisierung und Antriebe vor. Wer sein Nachfolger wird, steht noch nicht fest.

Der 49-jährige Deutsche gilt als profunder Kenner des Industriegeschäfts: Vor seiner Zeit bei ABB war er drei Jahre beim Beratungsunternehmen Roland Berger und 11 Jahre bei A.T. Kearney, wo er Beratungsteams für das Industriegeschäft aufbaute.

Spiesshofer hat er an der Universität Stuttgart studiert und einen Abschluss in Betriebswirtschaftslehre und Ingenieurswissenschaften sowie eine Promotion als Doktor der Wirtschaftswissenschaften.

SDA/mw

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