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«Der Geuro wäre eine inoffizielle Parallelwährung»

Der Chefökonom der Deutschen Bank, Thomas Mayer, sorgt mit seinem Vorschlag einer Parallelwährung in Griechenland für Schlagzeilen. Der Vater des Geuro erklärt im Interview, wie die Währung funktioniert.

Die guten Ratschläge für die Zukunft des Euro häufen sich. Herr Mayer, inwiefern hebt sich Ihr Vorschlag des sogenannten «Geuro» von diesen ab? Erstens soll das Konzept des Geuro die widersprüchlichen Positionen in Griechenland vereinen. Zwei Drittel der Griechen wollen im Euro bleiben. Es ist also relativ unwahrscheinlich, dass ein neue griechische Regierung ein Referendum über den Euroaustritt abhalten würde. Zweitens: Es kann rechtlich gesehen ohnehin kein Land aus dem Euro rausgeworfen werden. Und drittens: Es gibt eine Dreiviertelmehrheit in Griechenland gegen die budgetären Anpassungsprogramme. Aus Washington, Brüssel und Berlin höre ich deshalb bereits, dass die Zahlungen gegebenenfalls bald eingestellt werden. Es braucht also eine andere Lösung.

Welche? Mit dem Geuro, einer im Land gültigen Zweitwährung neben dem Euro, kann zumindest das Defizit Griechenlands vor Abzug der Zinszahlungen aufgefangen werden. Damit können laufende Kosten wie etwa Saläre für Staatsbedienstete, Pensionen und Ausgaben für notwendige Importgüter weiter bezahlt werden (siehe Box links).

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