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Der A380 der Frachtschiffe

Die internationale Frachtschifffahrt hat sich spätestens seit letztem Jahr erholt. Nun hat die dänische Container-Reederei Moller-Maersk den Bau von zehn Riesenfrachtern in Auftrag gegeben.

Riesenladung: Ein Maersk-Containerschiff vor Bremerhaven. Das dänische Unternehmen investiert nun in den Bau noch grösserer Frachter.
Riesenladung: Ein Maersk-Containerschiff vor Bremerhaven. Das dänische Unternehmen investiert nun in den Bau noch grösserer Frachter.
Keystone
Kwai Chung in Hongkong ist einer von nur acht Häfen, die die Ladung des Riesenfrachters löschen können.
Kwai Chung in Hongkong ist einer von nur acht Häfen, die die Ladung des Riesenfrachters löschen können.
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Moller-Maersk plant in neuen Dimensionen. Das dänische Frachtunternehmen hat beim koreanischen Schiffbauer Daewoo den Bau von zehn Frachtern in XXL-Grösse in Auftrag gegeben. Das neuartige Schiff der Klasse Triple-E wird 400 Meter lang, 73 Meter hoch und so breit wie eine achtspurige Autobahn sein. 18'000 Containereinheiten wird der Riesenfrachter transportieren können und damit 20 Prozent mehr als der aktuell grösste Frachter des Unternehmens.

«Das Frachtschiff der Maersk wird die internationale Schifffahrt in der gleichen Art verändern, wie der Superjumbo die Luftfahrt und der Hochgeschwindigkeitszug die Zugindustrie revolutioniert haben», schreibt der britische «Guardian» über die Triple-E-Schiffsklasse. Maersk lässt sich diese Investition 1,9 Milliarden Dollar kosten. Darüber hinaus besteht eine Kaufoption für zwanzig weitere Triple-E-Schiffe. In zwei bis vier Jahren wird Daewoo den ersten Superfrachter vom Stapel lassen.

Die Krise ist vorbei

Das dänische Unternehmen rechnet gemäss der «Financial Times Deutschland» (FTD) mit einer 8-prozentigen Zunahme des Frachtverkehrs zwischen Europa und China. Die neuen Schiffe sollen helfen, Kosten zu reduzieren. Bis zu 26 Prozent, schätzt der Konzernchef Eivind Kolding. «Die ersten zehn Schiffe werden Maersk einen riesigen Wettbewerbsvorteil verschaffen», sagt Analyst Ricky Rasmussen von Nykredit der FTD voraus. «Die Bestellung wird die Marktbedingungen für die Containerschiffsbranche grundlegend verändern», erklärt Nam Sang-tae, Konzernchef von Daewoo gegenüber dem «Wall Street Journal».

Ausgelöst durch die Finanzkrise standen 2009 noch mehrere Reedereien vor dem Konkurs. Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Letztes Jahr verzeichnete die Branche ein Wachstum von elf Prozent. In diesem Jahr wird mit einem Anstieg von sieben Prozent gerechnet. So hat auch die Konkurrenz die Zeichen der Zeit erkannt. Wie die FTD berichtet, vergrössert auch die grösste deutsche Containerreederei Hapag-Lloyd ihre Flotte. Bereits im Dezember habe sie bei der koreanischen Werft Hyundai Heavy Industries den Bau von vier neuen Grossschiffen bestellt.

Die Grösse des Triple-E-Schiffes stellt die Containerhäfen vor eine neue Herausforderung. Lediglich acht Häfen haben derzeit die Grösse, um die Ladung eines Frachters in dieser Grösse zu löschen. Dazu gehören Felixstowe in Grossbritannien, Rotterdam, Bremerhaven, Port Said in Ägypten sowie Shanghai und Hongkong. Für die Häfen auf dem amerikanischen Kontinent wird das neue Schiff zu gross sein.

Die Sorgen der Umweltschützer

Als grösste Container-Reederei ist Maersk in den letzten Jahren von Umweltschützern vermehrt kritisiert worden. So verursacht die Schifffahrt bereits heute weltweit rund 3 bis 4 Prozent der gesamten Kohlendioxidemissionen. Das dänische Unternehmen betont derweil, dass der neue Riesenfrachter so umweltschonend wie möglich konzipiert wurde. Der Treibstoffverbrauch wurde auf 50 Prozent des Durchschnittswertes reduziert. Rund ein Sechstel der gesamten Baukosten würden in die Reduktion des Energieverbrauchs investiert.

Umweltschutzorganisationen zeigen sich jedoch nur bedingt zufrieden über die Massnahmen von Maersk. So rechnet der britische Umweltschutzexperte Tim Groeth dem «Guardian» vor, dass sich die Kohlendioxidemissionen durch die internationale Schifffahrt bis 2050 verdreifachen würden. Der wachsende Handel über die Kontinente macht somit die Massnahmen zur Treibstoffreduktion wieder zunichte. Es sei an den Regierungen mit Reglementierungen dieser Entwicklung entgegenzuwirken, so Groeth.

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