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Denner-Chef: «Die Preise müssen sinken»

Gaydoul zum antizyklischen Erfolg von Denner: "Es ist kein Geheimnis, dass Discounter in schlechten Zeiten noch populärer werden. Aber die erfolgreichsten Discounter funktionierten immer auch in guten Zeiten."
Gaydoul zum Weihnachtsgeschäft 2008: "Wenn man durch die Stadt läuft, bekommt man jedenfalls nicht den Eindruck, dass die Konsumstimmung so schlecht ist wie ständig beschrieben. Es wird immer noch sehr stark konsumiert."
Gaydoul über den Bauboom bei Einkaufszentren: "In ein paar Jahren werden so viele ungenutzte Ladenflächen auf dem Markt sein, dass wir noch staunen werden. Es suchen alle das Glück in neuen Flächen, aber diese Bereinigung wird kommen." Im Bild: Einkaufszentrum Westside, Bern.
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Herr Gaydoul, wie man hört, soll 2008 für Denner zum Rekordjahr werden. Heisst das: Wenn die Wirtschaftskrise kommt, strömen die Leute vermehrt zum Discounter?

Weil die Leute vermehrt auf den Preis achten?

Denken Sie denn, dass die Finanzkrise jetzt allzu oft als billige Entschuldigung dient?

Wie erleben Sie selber die Stimmung bei Ihren Kunden, wie ist das Konsumklima?

Konkret: Was erwarten Sie vom Weihnachtsgeschäft?

In Deutschland wächst das Niedrigpreis-Segment: Es gibt immer mehr Discounter und immer mehr Rampenläden, «Euro-Shops», Outlets et cetera. Kommt diese Entwicklung auch in die Schweiz?

Der deutsche Discount-Riese Lidl legt im März mit zwei Dutzend Schweizer Geschäften los, insgesamt sollen es über 200 Filialen werden. Sie gaben sich stets gelassen angesichts der Pläne ausländischer Discounter, nur: Lidl ist besonders bedrohlich für Denner, weil sehr ähnlich.

... Lidl ist stark bei Markenprodukten – wie Denner.

Das heisst: Sie werden mit Verweis auf Lidl ebenfalls Druck auf die Hersteller machen und günstigere Einkaufspreise fordern?

Dass der Druck ausländischer Discounter die Schweizer Preise senke, hört man seit Jahren. Doch dieses Jahr stiegen die Öl-, Rohstoff- und Lebensmittelpreise so stark, dass fast alles teurer wurde. Mit welchem Szenario rechnen Sie jetzt?

Sie gründeten im Frühjahr die Gaydoul Group, eine Firma, die sich an Konsumgüterunternehmen «mit dem Potenzial zur Luxusmarke» beteiligen will. Entdecken Sie da in den letzten Wochen vermehrt Übernahmekandidaten? Solche Firmen kommen jetzt ja stark unter Druck.

Ein weiteres Standbein der Gaydoul Group sind Immobilien. Wie entwickelt sich der Markt für Geschäftsimmobilien?

Es entstanden dabei gewaltige Ladenflächen, reihenweise wurden Mega- und Gigazentren an den Stadträndern eröffnet. Was passiert, wenn der Konsum abbremst?

Welches sind für Sie allgemein die wichtigsten Konsumtrends?