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«Das ist der shareholder spring Swiss style»

Nach Julius Bär haben heute auch die Aktionäre des Basler SMI-Unternehmens Actelion rebelliert. Thomas Minders Vize, Claudio Kuster, sagt, wie das bei den Abzockerinitianten ankommt.

Wie sich nun zeigt, könnte ihre Initiative auch tatsächlich Wirkung zeigen: Abzockerinitiant Thomas Minder und sein Vize Claudio Kuster.
Wie sich nun zeigt, könnte ihre Initiative auch tatsächlich Wirkung zeigen: Abzockerinitiant Thomas Minder und sein Vize Claudio Kuster.
Keystone

Herr Kuster, zum zweiten Mal innert wenigen Tagen lehnen Aktionäre eines SMI-Unternehmens den Vergütungsbericht ab. Ist das für Sie eine Bestätigung? Wie wir wissen, kommen die Neinstimmen vor allem von den angelsächsischen Aktionären. Und die US-Firmen wie ISS, welche Empfehlungen an die Aktionäre abgeben, haben auch nicht plötzlich ihre Praxis der Stimmrechtsempfehlung geändert. So gesehen ist es ja nicht eine direkte Folge unserer Volksinitiative, dass an Generalversammlungen plötzlich Nein-Voten kommen.

Trotzdem dürften Sie diese Nein-Voten bei Bär und nun bei Actelion nicht unberührt lassen. Natürlich nicht. Wir haben uns immer wieder gefragt, ob die Aktionäre bei unserem Anliegen überhaupt mitmachen. Diese Abstimmungsresultate zeigen uns nun zumindest, dass Mehrheiten für kritische Voten möglich sind. Und es gibt uns die Gewissheit, dass unsere Initiative – ausser dem Verbot der Abgangsentschädigungen – auch Folgen haben kann. Sonst wäre Artikel 95 Absatz 3 der Bundesverfassung, welcher ab Januar 2014 gilt, obsolet.

Nach kritischen Voten der Aktionäre bei britischen und US-Unternehmen: Erwachen nun die Aktionäre von Schweizer Konzernen? Tatsächlich haben vor allem bei britischen und amerikanischen Unternehmen die Aktionäre teilweise schon im letzten Jahr rebelliert. In Anlehnung an den arabischen Frühling sprach man vom «shareholder spring». Nun zeigt sich diese Entwicklung mit leichter Verspätung auch bei uns. Das ist der «shareholder spring Swiss style».

Mit Julius Bär und jetzt Actelion trifft es nicht die ganz grossen Konzerne aus Pharma-, Finanz- und Lebensmittelindustrie. Überrascht Sie das? Abzocker gibt es überall. Auch bei kleinen und mittleren Unternehmen. Je nachdem sind auch vier Millionen Franken schon eine überrissene Entschädigung für einen Manager. Diese Lohndebatte wird zuweilen zu sehr auf die grossen Multis konzentriert.

Der Actelion-Vergütungsbericht wurde mit 60 Prozent Stimmen abgelehnt. Was bedeutet das? Das ist ein starkes Zeichen. Man muss es vermutlich so sehen, dass diese 60 Prozent trotz der Organ- und Depotstimmen zustande gekommen sind.

In den nächsten zwei Wochen halten UBS und Credit Suisse ihre Generalversammlungen ab. Wird Thomas Minder auftreten? Nein. Aber von unserem Initiativkomitee wird Brigitta Moser-Harder an der UBS-Generalversammlung teilnehmen und unser Anliegen vorbringen. Sie tritt dort seit Jahren als Rednerin auf. Thomas Minder wird seinen Einfluss im Ständerat wahrnehmen.

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