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Das Comeback der Mega-Löhne

126 Millionen Dollar kassieren die Chefs der fünf grossen Wallstreet-Banken. Wie es zum Sprung nach oben kam, wer am meisten zulegt und wo UBS-Chef Ermotti steht.

Kasse machen im New Yorker Finanzviertel Manhatten: Der weltweit wichtigste Finanzplatz ist für die Chefs der grössten Banken auch lohnmässig äusserst einträglich.
Kasse machen im New Yorker Finanzviertel Manhatten: Der weltweit wichtigste Finanzplatz ist für die Chefs der grössten Banken auch lohnmässig äusserst einträglich.
Lucas Jackson, Reuters

25,3 Millionen Dollar – so viel haben die Konzernchefs der fünf grossen US-Banken, die an der Wallstreet das Sagen haben, im vergangenen Jahr durchschnittlich an Bezügen erhalten. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von 17 Prozent. Das Durchschnittssalär liegt damit erstmals über dem von 2007 mit 23,65 Millionen – jenem Jahr, in dem die globale Finanzkrise ihren Anfang nahm. 2006 hatte sich die mittlere Entschädigung für die fünf Bankenchefs auf 34,4 Millionen Dollar belaufen.

Zusammengetragen hat diese Zahlen das «Wall Street Journal» aufgrund von Unterlagen, welche die Banken der Securities and Exchange Commission, der US-Börsenaufsicht, einreichen mussten. Auffallend ist, dass sich die jüngsten Salärpakete der einzelnen Bankenlenker deutlich angenähert haben. Die Spannweite reicht von 23 Millionen Dollar für die Chefs von Bank of America und Citigroup, Brian Moynihan und Michael Corbat, bis 29,5 Millionen für Jamie Dimon von J. P. Morgan Chase.

Gehaltserhöhung um fast 50 Prozent

Den grössten Gehaltssprung machte im Berichtsjahr Citigroup-Chef Corbat: Im Vergleich zu 2016 erhielt er 48 Prozent mehr an Bezügen. Dass Citigroup gleichzeitig einen Jahresverlust von 6,2 Millionen Dollar auswies, liess den Verwaltungsrat kalt, weil dieses Minus auf einer buchhalterisch bedingten, einmaligen Bewertungskorrektur von Steuergutschriften beruhte. Man habe bei der Salärzuweisung unter anderem auf die operative, unverzerrte Ergebnisentwicklung und auf das Abschneiden der Bank beim jüngsten Stresstest der US-Notenbank abgestellt, teilte der Citigroup-Verwaltungsrat mit.

Ein Grund für die markante Lohnsteigerung von Corbat sei aber auch der Vergleich mit den Bezügen anderer Chefs von Wallstreet-Banken gewesen, wie Citigroup einräumte. Vor allem diese Aussage nahmen Kritiker aufs Korn: Wenn die Banken jeweils die Entlöhnungen bei den Konkurrenzinstituten zum Massstab nähmen, trügen sie selber dazu bei, dass sich diese Bezüge stetig erhöhten – unabhängig davon, ob dies mit Blick auf die aktuelle Leistungserbringung des Konzernchefs gerechtfertigt sei oder nicht.

Gemessen am Lohnsprung des Citigroup-Chefs, nehmen sich die letztjährigen Salärzuwächse von Jamie Dimon mit 5 Prozent und von Goldman-Sachs-Boss Lloyd Blankfein mit 9 Prozent (auf 24 Millionen Dollar) fast schon bescheiden aus. Doch auch im Fall von Blankfein setzen Beobachter einige Fragezeichen, fallen doch dessen höhere Bezüge in eine Zeit, da Goldman Sachs’ Paradedisziplin – der Handel mit Anleihen, Devisen und Rohwaren – unübersehbare Schwächen erkennen lässt.

Wird Ermotti abgehängt?

Das Quintett an der Spitze der Wallstreet-Institute führte bereits 2016 die internationale Rangliste der bestbezahlten Bankenchefs an. Nach den jüngsten zweistelligen Gehaltszuwächsen dürfte der Vorsprung der Amerikaner gegenüber dem Rest noch grösser geworden sein. Auf Platz sechs lag bisher UBS-Konzernchef Sergio Ermotti als erster Europäer mit seinem 2016er-Salärpaket von 13,7 Millionen Franken. Vor ihm platziert war bisher Citigroup-Chef Corbat mit 15,5 Millionen Dollar, doch nach dessen fast 50-prozentigem Zuwachs ist dieser dem Tessiner Topmanager nun wohl weit voraus. Näheres wird man am 9. März erfahren, wenn die UBS ihren Geschäftsbericht publiziert.

Ermotti hatte Anfang Dezember 2017 international für Schlagzeilen gesorgt, als er auf einer Bankentagung in London kritisierte, dass bei der Lohndiskussion primär die Bezüge der Banker hinterfragt würden, die Boni der grossen Techkonzernen oder Hedgefonds würden dagegen nicht in gleichem Mass im Rampenlicht stehen. Der UBS-Chef hielt den Boni-Kritikern auch vor, dass ihre Haltung möglicherweise von Missgunst geleitet sei.

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